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Aus der Stadt Ihme-Zentrum für 1,9 Millionen Euro zu haben?
Hannover Aus der Stadt Ihme-Zentrum für 1,9 Millionen Euro zu haben?
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00:18 01.02.2015
Das Ihme-Zentrum kommt wieder unter den Hammer.
Das Ihme-Zentrum kommt wieder unter den Hammer. Quelle: Petrow
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Hannover

Im Ihme-Zentrum verdichten sich die Anzeichen, dass beim Versteigerungstermin am 25. Februar mehrere Bieter Millionensummen für die maroden Gebäudeteile aufbringen wollen. Im Rennen sind nach Informationen der HAZ sowohl der amerikanische Projektentwickler Hines, der bereits Gutachten zum Ihme-Zentrum gefertigt hat, wie auch mindestens eine asiatische Immobiliengesellschaft. Von der Landesbank Berlin, die die Pleiteimmobilie finanziert hat und jetzt auf Käufer hofft, gab es keine Stellungnahme dazu.

Derweil stellen die Wohnungseigentümer im Ihme-Zentrum die Weichen für die Zwangsversteigerung der insolventen Gewerbeareal. Überraschend haben sie für den 19. Februar, sechs Tage vor dem Termin, eine außerordentliche Versammlung einberufen, bei der sie einen neuen Immobilienverwalter mit langfristigem Vertrag wählen wollen.

Theoretisch könnte das Ihme-Zentrum in wenigen Wochen für 1,9 Millionen Euro zu haben sein - wenn das Amtsgericht nicht eine Verschleuderungsgrenze von rund 10 Millionen Euro festlegt. Doch diese Summen sind angesichts des Sanierungsbedarfs in Hannovers größter Betonruine nicht das Problem. Ein Investor müsste mindestens 200 Millionen Euro mitbringen, um die Immobilie wieder flott zu machen. Unter den Hammer kommen mehrere Bürotürme mit Stadtwerken und Stadt als Mieter, das teilsanierte Parkhaus, die triste alte Einkaufspassage im Hochgeschoss sowie 172 Wohnungen. Alle anderen Wohnungen sind im Eigentum von Privatleuten, die auf einen Investor hoffen.

Ihre Sorge: Wer auch immer Ende Februar die Gewerbeareale ersteigert, hat auf einen Schlag 83 Prozent des Eigentums - und kann die Verwaltung nach seinem eigenen Geschmack kurzfristig neu besetzen. Aktuell ist das Unternehmen Engelhardt & Woldenga mit der Verwaltung der Riesenimmobilie betraut, nachdem der langjährige Verwalter Simchen gerade abgelöst wurde.

Fotograf Philipp von Ditfurth hat das Ihme-Zentrum aus verschiedenen Blickwinkeln fotografiert.

In der vergangenen Woche wurde - zunächst unter strenger Geheimhaltung - ein Deal eingefädelt: Sechs Tage vor dem Versteigerungstermin soll in einer außerordentlichen Eigentümerversammlung der amtierende Verwalter abgewählt und mit dem bisherigen Zwangsverwalter Torsten Jaskulski ein neuer Verwaltervertrag beschlossen werden, der bis Ende 2017 läuft und nur schwer kündbar ist. Das geht nur, weil alle Beteiligten mit einer Versteigerung der Immobilie rechnen - dann endet schlagartig Jaskulskis Zwangsverwaltervertrag, er kann Gebäudeverwalter werden. Gegenüber der HAZ wollte er das nicht kommentieren.

„Die Eigentümer schauen gespannt auf den 25. Februar“, sagt Verwaltungsbeirat Jürgen Oppermann. Nach zwei Rückschlägen mit Großinvestoren gelte das Prinzip Hoffnung, „dass nicht ein Pferdehändler aus Osteuropa den Mindestbetrag bietet, dann Mieten und Rücklagen abgreift und verschwindet“. Vielmehr setze man auf einen Investor, der „genug Geld und vor allem ein gutes Konzept mitbringt, sodass das Ihme-Zentrum wieder eine Zukunft hat.“

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