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Aus der Stadt Mehr Experimente wagen
Hannover Aus der Stadt Mehr Experimente wagen
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00:15 17.10.2014
Von Rüdiger Meise
Im Anzeiger-Hochhaus sprechen Vertreter des Nachtlebens mit Jugendlichen über Kompromisse und Wünsche.
Im Anzeiger-Hochhaus sprechen Vertreter des Nachtlebens mit Jugendlichen über Kompromisse und Wünsche. Quelle: Tobias Kleinschmidt
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Hannover

Wie bewerten junge Menschen das kulturelle Angebot in Hannover? Was fehlt ihnen? Wie macht man Partys attraktiver? Wie klappt die Zusammenarbeit mit der Stadt? In der Schalterhalle im Anzeiger-Hochhaus diskutierte HAZ-Redakteur Jan Sedelies mit Machern und Multiplikatoren der freien Kultur- und Partyszene Hannovers. Rede und Antwort standen Volker Rohde vom Fachbereich Jugend und Familie der Stadt und Ingrid Wagemann, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Rat.

„Wenn Partyorganisatoren mit Stadtverwaltungen reden, treffen schon mal Welten aufeinander", sagt Hendrik Schwedt vom Projek „Made by Self“, das Jugendliche bei der Organisation von Feiern unterstützt. So geschehen kürzlich in Springe, wo das Fuchsbau-Festival in Konflikt mit der Stadt geriet. Der Streit eskalierte, die Festival-Macher suchen nun ein neues Gelände. Dabei haben sie einen guten Berater an ihrer Seite: Die Stadt Hannover. Offenbar ist die hiesige Stadtverwaltung offener für gute Ideen Jugendlicher als andere. „Das ist ein Lernprozess", sagt Rohde. Aber man sei auf einem guten Weg. Nicht zuletzt durch die Zusammenarbeit von Musikszene und Verwaltung im Rahmen der Fête de la Musique ist in den vergangenen Jahren ein fruchtbarer Dialog entstanden.

Einen Weg haben auch die Partyveranstalter vor sich, sagt Robin Höning vom Verein 2er Skateboarding: Sie müssen lernen, sich zu artikulieren. „Konzepte zu formulieren, Förderanräge zu schreiben, die Sprache zu lernen, die Politik, Verwaltungen und Versicherungen verstehen." Sein Tipp: Einfach machen, anfangen.

Viel Lob gab es von allen Seiten für Hannovers Jugendbeirat. Er sei eine oft unterschätzte Schnittstelle zwischen Jugendkultur und Stadtverwaltung. Hier entscheiden Vertreter aus Jugend- und Kulturinitiativen direkt über Förderbeträge bis zu 5000 Euro, sagt Rohde. "Ein paar schriftliche Zeilen mit einer guten Idee reichen da oft." Seine Botschaft: Kommunikation mit der Stadt lohnt sich.

Am Ende formulierten Partyveranstalter und Publikum eine Wunschliste: Es sollte mehr Möglichkeiten geben, länger zu feiern, als es der rechtliche Rahmen bislang vorsieht – gern bis 10 Uhr morgens. Es sollte mehr experimentelle Partykonzepte geben. Und mehr geeignete Räume sollten dafür freigegeben werden.

Die nächste Gelegenheit zu experimentieren ergibt sich bereits am kommenden Sonnabend: Robin Höning vom Verein 2er Skateboarding lud alle Anwesenden zum Platzprojekt in die Fössestraße ein. Dort gibt es ab 14 Uhr ein "Info-Inferno" zu künftigen Vorhaben. Mit anschließender Party natürlich.

 

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