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Aus der Stadt Mit Supertrumpf: Neue Karten für den Garten
Hannover Aus der Stadt Mit Supertrumpf: Neue Karten für den Garten
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14:21 15.05.2018
Proberunde: Melanie Al-Azawi (l.) und Katrin Segreff testen im Garten in Kleefeld das „Parzellenglück“. 
Proberunde: Melanie Al-Azawi (l.) und Katrin Segreff testen im Garten in Kleefeld das „Parzellenglück“.  Quelle: Alexander Körner
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Hannover

 Kompostkomponisten, Bienenbetreuer und Grillgiganten: Melanie Al-Azawi und Katrin Segreff haben eine Vorliebe für Alliterationen und Menschen in Kleingärten. Gemeinsam haben die Software-Beraterinnen darum vor etwa einem Jahr begonnen, Gartenliebhaber nicht nur zu besuchen, sondern zu porträtieren. Sie maßen Gartengrund- und Rasenflächen aus, notierten Regentonnenangaben und lernten viel über die vielfältigen Motivationen von Pächtern. Ihr Ziel: ein hannoversches Kleingartenquartett namens „Parzellenglück“ erstellen. „Wir haben beide seit etwa vier Jahren einen Kleingarten und haben seitdem viele Menschen kennengelernt, die ihren Garten völlig unterschiedlich nutzen“, erzählt  Al-Azawi. Manche bauen einfach sehr viel Gemüse an, andere nutzen den Garten eher als Treffpunkt, und wieder andere stellen wirklich Gartenzwerge auf. „Dabei entstand die Idee zum Quartett, denn wir wollten auch mit einigen Vorurteilen aufräumen“, sagt Katrin Segreff. 

Also nahmen sich die beiden die städtische Gärtenübersicht vor und besuchten Gärtner in der Kolonie Eintracht in Badenstedt, Kolonie Waldfreude Kleefeld, Kolonie Georgengarten, den Garten von Transition Town in Linden, den Mitmachgarten im Park der Sinne und viele weitere Gärten. Insgesamt entstanden dabei 32 Spielkarten-Porträts und Quartett-Rubriken wie Natur- oder Gemeinschaftsgarten. „Die Gärtner haben uns ihre Gärten nicht ohne Stolz gezeigt und gern einen Fragebogen ausgefüllt“, sagt Al-Azawi. Dabei ging es nicht um einen Wettbewerb unter den Gärtnern selbst, sondern um den Spaßfaktor. „Wir erleben gerade einen Generationswechsel in den Gärten. Immer mehr junge Leute suchen einen Ausgleich zum Alltag“, sagt Al-Azawi. Da kann ein einfaches Spielprinzip helfen, schneller ins Gespräch zu kommen.

Das Quartett „Parzellenglück“ soll im Sommer in Buchhandlungen erhältlich sein und zwischen 6 und 7 Euro kosten. Die beiden Gärtnerinnen arbeiten ohne Sponsoren und professionelles Vertriebsnetzwerk. „Es ist ein Herzblutprojekt. Reich wird man damit eh nicht, aber darum ging es uns auch nie“, sagt Al-Azawi. Ähnlich wie beim hannoverschen Kiosk-Quartett solle viel mehr für die Vielfalt der hannoverschen Gärten geworben werden.  Entsprechend planen die beiden eine eher kleine Release-Party für das Kartenspiel – im eigenen Kleingarten natürlich. 

Von Jan Sedelies