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22:36 17.03.2015
Von Veronika Thomas
Immer mehr Menschen in der Region stehen in einem Beschäftigungsverhältnis. Die Zahl der Leistungsbezieher ist trotzdem unverändert hoch.
Immer mehr Menschen in der Region stehen in einem Beschäftigungsverhältnis. Die Zahl der Leistungsbezieher ist trotzdem unverändert hoch. Quelle: dpa
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Hannover

Der am Dienstag vorgestellte Sozialbericht der Region Hannover wirft ein Schlaglicht auf den Wandel in der Arbeitswelt: Es gibt immer mehr Beschäftigungsverhältnisse, nämlich insgesamt 450 651. Doch die Zahl der Menschen, die in Stadt und Umland auf Transferleistungen wie Arbeitslosengeld II, Sozialgeld oder Grundsicherung angewiesen sind, bleibt trotzdem unverändert hoch. 2013 bezogen 135 201 Menschen (11,9 Prozent) sogenannte Mindestsicherungsleistungen, 2009 lag ihr Anteil bei 12 Prozent. Örtliche Unterschiede sind allerdings frappierend: Den prozentual stärksten Anstieg verzeichnet Ronnenberg mit einem Plus von 185 Empfängern (7,8 Prozent), Spitzenreiter beim Rückgang mit minus 187 (12,2 Prozent) ist Sehnde. Diese Zahlen nannte Sozialdezernent Erwin Jordan bei der Vorstellung des Berichts.

Die meisten Empfänger von Transferleistungen wohnen in Hannover (15,7 Prozent), in Laatzen (13,3), Garbsen (11,4) und Seelze (11,3), wohingegen ihr Anteil im Norden der Region mit Isernhagen (4,3 Prozent), Wedemark (4,6) und Burgwedel (5,4) im Südwesten mit Pattensen (5,3), Hemmingen (6,1), Gehrden (5,7) und Wennigsen (6,1) am geringsten ist. „Wir stellen eine immer stärkere Spreizung der sozialen Lagen innerhalb der einzelnen Kommunen der Region fest“, sagte Jordan.

Grafiken zum Sozialbericht 2015.

Das hat auch Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche. Betrug der Anteil der erwachsenen Empfänger von Mindestsicherungsleistungen 2013 durchschnittlich 11,9 Prozent, lag er bei den unter 15-Jährigen bei 21,8 Prozent. Dabei reicht die Spanne von 7,8 Prozent in Isernhagen bis 28,3 Prozent in der Landeshauptstadt. Das heißt, in Isernhagen ist nur jedes 13. Kind von Armut betroffen, in Hannover hingegen jedes dritte bis vierte. Insgesamt prognostiziert der Sozialbericht bis 2018 einen leichten Anstieg der Armutsgefährdungsquote auf 16 Prozent. Allerdings zeigt eine Hochrechnung, dass die Armutsgefährdung für Arbeitslose, Alleinerziehende und Geringqualifizierte zunehmen wird.

Die Zahl der Pflegebedürftigen ist von 2001 bis Ende 2013 von 27 600 auf rund 39 100 Menschen gestiegen, ein Plus von 41,7 Prozent. Knapp zwei Drittel von ihnen (25 472 Menschen) wurden 2013 ambulant von Angehörigen und Pflegediensten versorgt; ein Drittel (13 671) stationär in Pflegeheimen. Bis zum Jahr 2030 prognostiziert die Region eine Zunahme der Pflegebedürftigen auf 46 000 bis 55 000 Menschen. Sorge bereitet der Region die starke Zunahme an Pflegeheimplätzen. Lag die Auslastung der Pflegeheime 2003 noch bei 91,3 Prozent, sank sie bis 2013 auf 85,3 Prozent ab. Im selben Zeitraum wurden 63 Pflegeheime mit 3980 Plätzen neu gebaut.

Erstmals gesondert erfasst wurden Daten zu Regionsbewohnern mit sogenanntem Migrationshintergrund. Im Regionsdurchschnitt liegt der Anteil der Menschen mit ausländischen Wurzeln bei 24,1 Prozent; den geringsten Anteil an der Gesamtbevölkerung haben sie in Pattensen mit 10,6 Prozent, den höchsten in Laatzen mit 31,7 Prozent. Von den Bewohnern mit Migrationshintergrund haben jedoch nur zwei Drittel (15,4 Prozent) eine eigene Migrationserfahrung; und die Hälfte von ihnen sind schon vor Jahrzehnten zugewandert. Das heißt, die meisten Bewohner mit Migrationshintergrund leben entweder schon lange in Deutschland oder ist hier geboren oder aufgewachsen.

Zahl der Einwohner steigt

Region wächst unterschiedlich: Die Zahl der Regionsbewohner in den 21 Kommunen der Region Hannover ist zwischen 2003 und 2013 um insgesamt rund 19 300 Menschen (plus 1,7 Prozent) angestiegen. Zu diesem Ergebnis tragen die Landeshauptstadt und die eng mit ihr verflochtenen Städte Langenhagen, Sehnde, Laatzen, Isernhagen, Wedemark, Pattensen, Seelze, Ronnenberg und Hemmingen mit einer Bevölkerungszunahme um 21 234 Menschen (plus 1,9 Prozent) bei. Leichte Rückgänge gab es hingegen in Springe (minus 1034 Menschen), Garbsen (minus 1527), Wunstorf (minus 982) sowie in Barsinghausen, Neustadt, Lehrte, Gehrden, Uetze, Burgdorf, Burgwedel und Wennigsen. Der Zuwachs wird überwiegend getragen von einem anhaltenden Zuzug aus Kommunen außerhalb der Region Hannover sowie aus dem Ausland (plus 32 723 Menschen). Die Zuwanderung übersteigt die Zahl der Todesfälle und den statistischen Geburtenrückgang von insgesamt 17 406 Menschen. Prozentual verzeichnen Langenhagen (plus 7,4 Prozent), Sehnde (plus 6,5 Prozent) und Pattensen (plus 3,4 Prozent) einen größeren Bevölkerungszuwachs als die Stadt Hannover mit 3,3 Prozent. In absoluten Zahlen liegt sie mit einem Zuwachs von 16 636 Einwohnern ganz weit vorn. Die Prognose für das Jahr 2020 sieht die Region insgesamt mit einem Plus von 20 000 Einwohnern (plus 1,8 Prozent), das bis 2025 nahezu stabil bei plus 18 500 Menschen gegenüber 2013 bleibt. 

Andreas Schinkel 20.03.2015
Volker Wiedersheim 20.03.2015
Andreas Schinkel 20.03.2015