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Aus der Stadt Immobilienbranche investiert in Millionenprojekte
Hannover Aus der Stadt Immobilienbranche investiert in Millionenprojekte
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06:15 29.09.2012
Von Conrad von Meding
Am Jachthafen  in der List wird ein  neues Wohngebiet angelegt.
Hannover

Kein Wunder: Bundesweit flüchten Kapitalanleger wegen der Unsicherheiten der Finanzmärkte ins sogenannte Betongold, und gerade Hannover gilt als „sicherer Hafen“, wie Andreas Schulten von der Berliner Beratungsfirma BulwienGesa am Mittwoch bescheinigte. Er bewertet den Immobilienmarkt seit 2003. „Der Standort hat sich in den vergangenen zehn Jahren herausragend entwickelt“, lobte Schulten bei der Vorstellung des Marktberichts.

„Stabil, robust, beständig“ nannte Ulf-Birger Franz, Wirtschaftsdezernent der Region Hannover, am Mittwoch den regionalen Immobilienmarkt. Er warnte aber auch: „Wir müssen mit dem Flächenverbrauch behutsam umgehen.“ Auch der städtische Dezernent Hans Mönninghoff setzt auf „Wachstum durch Wandel“. In Hannover sei die Bevölkerung in den  letzten fünf Jahren um etwa 8000 Menschen auf 525.000 Einwohner gewachsen, Prognosen zufolge sollen es bis 2025 mindestens 12.000 mehr sein. „Wenn wir eine gleichbleibend hohe Lebensqualität wollen, dürfen wir nicht nur auf der Wiese neu bauen, sondern müssen bestehende Flächen und Gebäude umnutzen.“ Positive Beispiele seien etwa die Revitalisierung der Hanomag-Brache, die Bebauung des Technologieparks auf dem Varta-Areal, die Umwandlung von Schulen oder von Kliniken in Wohngebäude.

Hannovers Immobilienbranche investiert derzeit Rekordsummen – und legt zahlreiche spannende Neubauprojekte auf.

Das passiert jetzt am Ihmeufer: Die Immobilienfirma HRG hat Bauvoranfrage eingereicht und will die Hautklinik zu Wohnungen umbauen. Am Freitag wird das Bauunternehmen Gundlach den Grundstein für das neue Wohnquartier „Vier“ in der List legen – im Pelikanviertel entstehen 166 neue Wohnungen. Im Seelhorster Garten und im Büntekamp (beide Delta-Bau in Kirchrode) geht es sichtbar voran, die luxuriösen Meravis-Wohnungen in der Südtstädter Wilhelmstraße sind vollständig verkauft.

Grund für den Boom im Geschosswohnungsbau ist auch, dass Mieter und Eigentümer wieder bereit sind, für gute Wohnungen mehr zu bezahlen. Die Quadratmeter-Durchschnittsmieten bei Neubauten klettern laut Bericht bis auf fast neun Euro, Spitzenmieten liegen teils über 12,50 Euro, bei Eigentumswohnungen werden in Einzelfällen 4000 Euro pro Quadratmeter gezahlt. Dezernent Mönninghoff sieht aber für Wohnungssuchende keinen Grund zur Panik. „Diese Spitzenpreise betreffen nur den Neubau, und der macht ein Prozent des Wohnungsmarkts aus. Für die restlichen 99 Prozent werden in Hannover moderate Mieten gezahlt.“ Die Stadt unterstütze das, indem sie Wohngrundstücke in der Regel nicht zu Höchstpreisen, sondern nach Gutachterwert verkaufe.

  • Büros: Bei Büros zieht der Markt seit Jahren an. Im vergangenen Jahr wurden 182.000 Quadratmeter vermietet oder verkauft. 2012 waren es bis Jahresmitte wieder 90.000 Quadratmeter. Die Spitzen-Quadratmetermieten sind auf 13,80 Euro geklettert, deutlich preiswerter geht es in Randlagen zu. Der Leerstand liegt weiter unter fünf Prozent. Zum Vergleich: In Frankfurt sind es 18 Prozent.
  • Handel: Die Spitzenmiete für City-Läden ist auf 190 Euro pro Quadratmeter gestiegen, in einem Einzelfall sollen 2012 sogar 240 Euro verlangt worden sein. Hannover zählt weiter zu den fünf umsatzstärksten Handelsregionen Deutschlands.
  • Logistik: Eine Milliarde Euro habe die Branche seit 2003 regionsweit investiert, sagt Schulten, 7300 sozialversicherungspflichtige Jobs seien entstanden. Die „konsequente Ansiedlungsstrategie der Region“ zahle sich aus: „Kompliment“.
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