Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Wunschschule gegründet und selbst geleitet
Hannover Aus der Stadt Wunschschule gegründet und selbst geleitet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:26 20.06.2018
Ulrike Nötel-Duwe von der Henning-von-Tresckow-Grundschule geht zum Schuljahresende in den Ruhestand. Quelle: Irving Villegas
Hannover

Lehrerin ist Ulrike Nötel-Duwe geworden, weil sie am eigenen Leib erleben hat, was schlechte Pädagogen anrichten und gute wieder ausbügeln müssen. Nach der Grundschule ist die gebürtige Hildesheimerin zum Gymnasium gekommen. „Dort wurde ich mit Nachnamen angeredet, kleingemacht, beschimpft, bloßgestellt und hatte auf einmal auf dem Zeugnis nur noch Fünfen und Sechsen.“ Sie wechselte zur Realschule. Dort sei sie von Lehrerin wieder aufgerichtet worden durch „wertschätzende, positiv-verstärkende Pädagogik“, berichtet die scheidende Leiterin der Henning-von-Tresckow-Grundschule in Wettbergen-West. Und nach diesem Motto macht sie auch heute noch Schule. „Kinder wachsen lassen, nicht klein machen, Schüler da abholen, wo sie stehen.“

„Schüler nicht kleinmachen, sondern wachsen lassen“

Nach der Höheren Handelsschule und dem Wirtschaftsgymnasium begann Nötel-Duwe zunächst, Betriebswirtschaft zu studieren, später entschied sie sich dann doch zum Lehramtsstudium: „Gleich nach dem Abitur hätte ich nicht vor einer Klasse stehen können, dieser kleine Umweg war gut.“ Und die wirtschaftlichen Grundkenntnisse könne sie als Schulleiterin jetzt gut gebrauchen. Als sie ihr Examen absolviert hatte, war Einstellungsstopp. Nötel-Duwe hatte gut zehn Verträge als Feuerwehrlehrkraft, half in Bad Pyrmont an einer Grund- und Hauptschule aus, schließlich kam sie an die Grundschule Mühlenberg.

Nach sechs Jahren erhielt sie, inzwischen auch noch in Gestaltpädagogik ausgebildet, die Chance, eine Schule nach ihrem Ideal zu gründen. Sie traf Gleichgesinnte, die auch Schule liebten, aber mit dem herkömmlichen System nicht klar kamen. Gemeinsam gründete man 1995 die Henning-von-Tresckow-Schule in Wettbergen-West. Nötel-Duwe bewarb sich um die Stelle der Schulleiterin und bekam den Zuschlag.

Eine Schule nach den eigenen Wünschen gestalten

Die offene Ganztagsschule, die mal zwei, mal drei Klassen pro Jahrgang hat, zeichne sich durch ein respektvolles Miteinander aus, sagt die Rektorin, das gelte nicht nur für Schüler, Eltern und Lehrer, sondern auch für die pädagogischen Mitarbeiter, die Praktikanten, ehrenamtlichen Helfer und den Hausmeister: „Wer sich wohlfühlt, bleibt gesund.“ Sie spricht von einem „riesigen Unterstützungssystem“. Es gebe Großväter, die sich um die Schulcomputer kümmerten, ehemalige Schüler, die den Jüngeren beim Lesen oder bei den Hausaufgaben hälfen. Sie gehört zu den Grundschulleitern, die gegen das Land klagen, weil sie auf die Arbeitsbelastung der Pädagogen an Grundschulen aufmerksam machen wollen. Ein Prozesstermin ist vor dem Verwaltungsgericht noch nicht anberaumt worden. Das wird nun wohl auch nichts mehr während ihres aktiven Arbeitslebens.

Nöttel-Duwe geht mit 63, 5 Jahren etwas früher in den Ruhestand, ihre Nachfolgerin steht schon fest. Sie ist froh, dass dies geregelt ist. Jetzt will sich Ulrike Nötel-Duwe auch mal etwas Zeit für sich selbst nehmen: „Ausschlafen, Radtouren durch Deutschland machen, am Atlantik wandern, segeln, im Watt trocken fallen, Skifahren.“ Sie habe alles gegeben, sagt Nötel-Duwe, und sei sie mal dran. Ihren Mann, selbst Berufsschullehrer, dürfte es freuen, wenn seine Frau mal Zeit hat.

Von Saskia Döhner

Förderschule, Grundschule, Haupt- und Realschule – Ende des Schuljahres verabschieden sich mehrere Schulleiterinnen und Schulleiter in den Ruhestand. Manchmal ist es auch ein Abschied vom Schulstandort. Wir stellen einige Rektoren vor.

20.06.2018

Die HAZ verlost 100 Karten für die Premiere von „Wie es euch gefällt“ von Heinz Rudolf Kunze und Heiner Lürig im Theater am Aegi. Im Shakespeare-Musical geht es um die Verwirrspiele der Liebe.

20.06.2018

Förderschule, Grundschule, Haupt- und Realschule – Ende des Schuljahres verabschieden sich mehrere Schulleiterinnen und Schulleiter in den Ruhestand. Manchmal ist es auch ein Abschied vom Schulstandort. Wir stellen die Rektoren vor.

20.06.2018