Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Wieso der Kajalstift im Zahnputzbecher steckt
Hannover Aus der Stadt Wieso der Kajalstift im Zahnputzbecher steckt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:37 24.10.2014
Von Rüdiger Meise
„Ich habe mindestens 60 Frisuren getragen“: Styling-Expertin Marlies Möller auf der Infa. Fotos: von Ditfurth (2) Quelle: Philipp von Ditfurth
Anzeige
Hannover

In weniger als 30 Sekunden weiß sie, welche Frisur zu einer Frau wirklich passt. Das behauptet Styling-Expertin Marlies Möller über sich. Gestern war die große alte Dame des deutschen Friseurhandwerks auf der Infa zu Gast - und hatte reichlich Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen. Sechs Friseursalons betreibt Möller - einen davon auf Mallorca und einen in der hannoverschen Georgstraße.

Im leuchtend roten Kostüm und dicht umlagert von einer großen Traube Frauen steht die Meisterin am Stand des Beauty-Herstellers L’Oreal in der Lebensart-Halle 23. Und sie nimmt bei ihren Styling-Tipps kein Blatt vor den Mund. „Sie brauchen ein Mittel gegen Haarausfall“, sagt sie einer älteren Dame. „Ach, das nutzt noch nix mehr“, winkt diese ab. „Aber ja, da gibt es ganz tolle Produkte“, beharrt Möller. Beide Frauen dürften etwa im gleichen Alter sein - allerdings gibt sich Marlies Möller rund 30 Jahre jünger.

Anzeige

Bei einer anderen Frau scheint sie regelrecht zu erschrecken: „Sie müssen dringend etwas ändern! Zu viel Schneewittchen, weg mit dem Mittelscheitel, tragen Sie die Haare heller, kürzer und offener.“ Und dann müsste Schneewittchen noch etwas mit seiner Gesichtsfarbe unternehmen.

Die Frauentraube nickt im Takt.

Mittendrin stehen Astrid Schönberg und Birgit Lange aus Stadthagen. Die beiden Schwestern sind am gestrigen Freundinnen-Tag zum Aktionspreis von je 8 Euro zur Infa gekommen - und haben gleich am ersten Messestand für rund 60 Euro eingekauft, erzählt Schönberg lachend. „Damit hatten wir das Budget, auf das wir uns eigentlich beschränken wollten, sofort gesprengt.“ Nach wenigen Stunden hatten die beiden so viel gekauft, dass sie ihre Tüten beim Gastro-Stand zwischengelagert haben, wo sie sich einen schönen Schwenkbraten gegönnt haben. „Unseren Männern bringen wir übrigens veganen Brotaufstrich mit“, sagt Birgit Lange - und beide freuen sie diebisch über den Streich.

Dann haben sich die Schwestern bis zu Marlies Möller vorgearbeitet. „Probieren Sie doch mal schwarze Haare“, rät Möller Astrid Schönberg. „Und Ihr Pony sollte voluminöser werden und tiefer ins Gesicht fallen.“ Schönberg kämmt mit den Fingern das Deckhaar nach vorn, macht einen Schmollmund und blickt lasziv in die Runde.

Die Frauentraube nickt im Takt.

Möller hätte auch für die perfekte Frau einen Stylingtipp parat. Das gehört zu ihrer Philosophie: Veränderung sei wichtig, sagt sie. „Ich habe mindestens 60 Frisuren getragen.“ Es tue Frauen einfach gut, sich neu zu erfinden und aufzupeppen. Auch deshalb stecke ihr Kajalstift neben der Bürste im Zahnputzbecher. Noch ein Tipp: „Stellen Sie am Wochenende die Outfits für sämtliche Arbeitstage der Woche zusammen.“ Sonst sei die Gefahr zu groß, in der morgendlichen Routine doch immer zum gleichen Stil zu greifen.

Auch für Frau Merkel hat Marlies Möller ein paar Tipps parat. Die Kanzlerin sei zwar eine tolle Frau, sehe phantastisch aus und sei sehr geschmackvoll gekleidet, findet sie. Aber Merkel sollte das äußere Ende ihrer Augenbrauen dunkler schminken. Das würde sie wesentlich ausdrucksvoller wirken lassen. Und Möller empfiehlt ihr kleine, klassische Hängeohrringe. Eine verspielte Kleinigkeit würde der Bundeskanzlerin gut tun, findet sie.

Die Frauentraube nickt im Takt.

27.10.2014
Michael Zgoll 27.10.2014
Andreas Schinkel 24.10.2014