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Aus der Stadt Zocken per Wimpernschlag
Hannover Aus der Stadt Zocken per Wimpernschlag
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00:15 10.02.2015
Von Frank Winternheimer
Leibniz Universität Hannover: Vier Monate lang haben Informatikstudenten gelernt, eine Software für das Projekt „Shine“ zu programmieren. Quelle: dpa
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Hannover

Informatik boomt“, sagt Hochschullehrer Schneider. Die Zahl der Studienanfänger hat sich von 120 auf mittlerweile 360 erhöht, davon 60 im Bereich technische Informatik. Im fünften Semester ist ein Praxisprojekt in Kleingruppen vorgesehen. „Angesichts der explodierenden Studentenzahlen ist eine individuelle Betreuung immer weniger möglich“, sagt Schneider. Deshalb hat er in diesem Jahr ein Experiment gewagt: Knapp 100 Studenten haben - aufgeteilt in Gruppen und begleitet von Tutoren - gemeinsam an einem Projekt gearbeitet. „Shine“ heißt es - und Leuchtkraft will Schneider damit auf öffentlichen Veranstaltungen wie der „Ideenexpo“ oder der „Nacht, die Wissen schafft“ auch für Schüler ausüben. „Der Auftritt der Informatik wirkt da bislang immer ein bisschen trocken.“

Dabei hatten die Studenten, die unter Leitung von Tutor Oliver Karras etwa an dem Augen-Spiel gearbeitet hatten, sichtlich ihren Spaß. Nicht per Mausklick, sondern nur mit einem Wimperschlag führt der Spieler seine Figur durch ein Labyrinth und sucht seinerseits Augen, die geschlossen werden müssen. Die sogenannte Eye-Tracker-Technik (Augensuchtechnik) sei auch für ernsthafte Anwendungen eine wichtige Entwicklung, sagt Schneider. Mithilfe dieser Technik sei es auch für Querschnittsgelähmte, die nur noch ihre Augen bewegen könnten, möglich, selbstständig einen Computer zu bedienen.

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Bei „Shine“ haben die Studenten alles selbst gemacht, vom Programmieren der Software bis zur Gestaltung der Oberfläche. Vier Monate lang hatte jede Gruppe Zeit. Pflicht war nur das wöchentliche Treffen mit dem Tutor, alles andere konnten sich die Studenten frei einteilen. Die interaktive Technik fand Karras besonders beeindruckend, die gemeinsame Arbeit hat Matthias Herrmann am meisten Spaß gemacht.

Bernd Haase 09.02.2015
Saskia Döhner 09.02.2015