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Aus der Stadt Matschige Partie mit frischen Trikots
Hannover Aus der Stadt Matschige Partie mit frischen Trikots
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17:48 08.11.2015
Von Bärbel Hilbig
Auch wenn der improvisierte Platz etwas matschig ist: Die Spieler haben trotzdem ihren Spaß. Quelle: Alexander Körner
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Hannover

Zugegeben, der provisorische Fußballplatz ist matschig. Dass die Gäste deshalb gleich wieder kehrtmachen, erstaunt Werner Schöbel dann aber doch. Der 62-Jährige arbeitet als Security im Flüchtlingsheim an der Goetheschule und ist damit für die 34 jungen Männer, die seit September in der Turnhalle leben, ein wichtiger Mann. Sicher liegt das auch an seiner jovialen Art, die den Flüchtlingen Vertrauen einflößt. Und weil Schöbel auch praktisch veranlagt ist, hatte er kürzlich eine gute Idee, die er flugs in die Tat umsetzte. Als der Sicherheitsmann im Flüchtlingsheim Fröbelstrasse aushalf, lernte er dort zufällig ein paar Ehrenamtliche kennen. "Die gehen mit den Leuten von dort regelmäßig Fußballspielen. Da habe ich gedacht, das können sie doch auch bei uns in einem Freundschaftsspiel."

Mit einem Freundschaftsspiel wollten die Initiative Vereint für Hannover und der Sicherheitsmann Werner Schöbel jungen Flüchtlingen eine Freude machen.

Schöbels Arbeitgeber, das Deutsche Rote Kreuz, das beide Heime führt, hatte nichts gegen eine sportliche Begegnung einzuwenden. Kuchen- und Getränkespenden waren auch schnell eingeworben. Die Initiative Vereint für Hannover, initiiert von Hannover 96 und Staatstheater, brachte Trikots mit, damit beide Mannschaften auseinanderzuhalten sind. Nur die Gäste aus der Fröbelstrasse schreckten vor dem nassen Platz zurück. "Sie spielen sonst wohl auf einem Rasenplatz. Aber vielleicht laden sie uns ja mal dahin ein", hofft Schöbel. Zumindest seine Schützlinge, Yusuf aus Algerien, und all die anderen aus dem Sudan, Mali, Syrien, dem Irak und der Elfenbeinküste, zögern nicht, teilen zwei Teams ein und erobern schnell den Platz. Als Zuschauer und auch Mitspieler trudeln nach und nach etliche Freiwillige ein, die sonst regelmäßig mit den jungen Männern Deutsch lernen oder ihnen die Stadt zeigen. 

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