Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Innenminister und die Üstra inszenieren Kampagne
Hannover Aus der Stadt Innenminister und die Üstra inszenieren Kampagne
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:48 24.09.2009
Von Bernd Haase
Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU). Quelle: lni (Archiv)

Ihre gemeinsam mit den Experten von Minister Uwe Schünemann (CDU) vorgenommene Planung hat nur drei Tage gedauert, damit dürfte sie diejenige mit der kürzesten Vorlaufzeit in der Unternehmensgeschichte sein. Aus dem Ministerium heißt es, man müsse auf den Mord in einem S-Bahnhof in München reagieren. Dass die Eilbedürftigkeit mit dem Wahltermin am Sonntag zu tun hat, wird bestritten.

Unmittelbar nach dem Münchener Gewaltverbrechen hatte Schünemann gefordert, dass die Betätigung eines Notrufknopfes in einer Üstra-Station unmittelbar dazu führen müsse, dass Videoaufnahmen von diesem Platz in der Leitzentrale auflaufen. Dieses Verfahren gibt es bei der Üstra aber längst. Schünemann überzeugte sich davon vergangene Woche bei einem Besuch in der Leitzentrale und fand nichts zu beanstanden. Am Montag ist das Ministerium dann bei der Üstra mit dem Wunsch vorstellig geworden, die gemeinsame Zivilcourage-Kampagne zu starten, die im Fahrgastfernsehen und auf Plakaten zu sehen sein wird. Beim Unternehmen legt man Wert auf die Feststellung, dass Busse und Bahnen sichere Verkehrsmittel seien. Andererseits: „Wir wollen mit der Kampagne dazu beitragen, in unserer Gesellschaft, deren Teil wir als Verkehrsunternehmen sind, für Zivilcourage zu werben“, sagt Vorstandschef André Neiß. Nur vermuten darf man, dass es sich die Üstra auch nicht mit dem Ministerium verscherzen mag.

So zogen Schünemann und Neiß gestern, erwartungsgemäß begleitet von einem Tross an Kameraleuten und Fotografen, in die Stadtbahnstation Kröpcke. Dort ließen sich die beiden vor einer Notrufsäule, mit den Kampagnenplakaten und vor einem Großbildschirm des Fahrgastfernsehens ablichten. Dass dort gerade Wahlwerbung für die vier hiesigen Bundestagsabgeordneten der SPD lief, muss nicht weiter bekümmern: Auch sie fallen als Landeskinder in Sachen Sicherheit und Zivilcourage in die Zuständigkeit des Ministers. „Oft sind es kleine Dinge, die helfen: aufzustehen, wenn andere sitzen bleiben, die Polizei zu rufen oder den Notrufknopf zu drücken“, sagte Schünemann. Das Kampagnenmotto hat er gestern vorbildlich umgesetzt: „Zivilcourage hat viele Gesichter. Zeig’ deins.“

Die Stadt wird Anfang nächsten Jahres ihre Kameras an Verkehrsampeln aufrüsten. Die Geräte blitzen dann nicht nur, wenn die Kreuzung während einer Rotphase überquert wird, sondern auch dann, wenn Autofahrer bei Grün mit zu hoher Geschwindigkeit unterwegs sind.

Tobias Morchner 24.09.2009

Im Streit um die Entschädigung von deutschen Opfern der Lehman-Pleite hat Verbraucherschützern zufolge erstmals eine Bank ein faires Angebot gemacht. Die Sparkasse Hannover habe ein deutschlandweit bisher einmaliges Vergleichsangebot vorgelegt, teilte die Verbraucherzentrale Niedersachsen mit.

24.09.2009

Als Konsequenz aus der tödlichen S-Bahn-Attacke in München wird in Hannovers Stadtbahnen seit Donnerstag auf Plakaten und im Fahrgastfernsehen des Verkehrsbetriebs üstra für mehr Zivilcourage geworben.

24.09.2009