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Aus der Stadt Innenministerium untersagt Halim-Dener-Platz
Hannover Aus der Stadt Innenministerium untersagt Halim-Dener-Platz
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00:17 16.07.2017
Quelle: HAZ-Archiv
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Hannover

Das Innenministerium hat in seiner Funktion als Kommunalaufsicht untersagt, einen Teil des Pfarrlandplatzes nach dem 1994 getöteten PKK-Anhänger Halim Dener zu benennen. Angesichts diverser Vorfälle zwischen Kurden und Türken in Hannover würde ein Halim-Dener-Platz die Spannungen nicht befrieden. Er könne vielmehr dazu führen, „dass es zukünftig eher vermehrt zu derartigen Vorfällen kommen wird“, schreibt die Kommunalaufsicht. Die Umbenennung verstoße zudem „gegen die neutrale Haltung der Landeshauptstadt zu innertürkischen Konflikten“.

Ein Polizist hatte am 30. Juni 1994 den 16 Jahre alten Halim Dener beim Plakatieren am Steintor erschossen. Ein Rückblick auf den Fall, der ganz Deutschland bewegete.

Linke, Grüne, Piraten und Partei hatten im Bezirksrat Linden-Limmer für die Umbenennung gestimmt. Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) und der Verwaltungsrat hatten den Beschluss abgelehnt. Als der Bezirksrat erneut für den Halim-Dener-Platz stimmte, schaltete Schostok die Kommunalaufsicht ein.

Kurdische und linke Gruppierungen sind für den vor 23 Jahren in Hannover erschossenen Halim Dener auf die Straße gegangen. Sie fordern einen gleichnamigen Platz.

FDP-Bezirksratsherr Ekim Bulut begrüßt die Entscheidung. Der Platz wäre „höchstgefährlich für das friedliche Zusammenleben von Türken und Kurden“ gewesen. David Müller, Linken-Fraktionschef im Bezirksrat, ist enttäuscht und nennt es „einen schweren Eingriff“ in die Rechte des Bezirksrats. „Wir werden weiter dafür kämpfen, dass es einen Gedenkort gibt.“

pah

13.07.2017
Tobias Morchner 13.07.2017