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Aus der Stadt So schön ist Hannover im Quadrat
Hannover Aus der Stadt So schön ist Hannover im Quadrat
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00:19 19.03.2015
Quelle: r./Schaarschmidt
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Hannover

Die Passanten gucken verdutzt. Da hocken vor dem Blumenkübel etliche Leute mit Kameras und Smartphones in den Händen. Andere fotografieren Türen, Fassaden und alte Fahrräder - wenig später ist jedes Detail an der Kreuzung in Hannovers Altstadt abgelichtet. Die Gruppe spaziert weiter zum Hohen Ufer und lässt die verwunderten Passanten zurück. Was war das denn? Es dauert nicht lange, dann sind alle soeben fotografierten Motive im Internet zu sehen. Im sozialen Foto-Netzwerk Instagram.

Viele der hannoverschen Hobbyfotografen, die dort vertreten sind, gehen regelmäßig auch ganz analog auf gemeinsame Fototour durch ihre Heimatstadt. So haben sie in den vergangenen Monaten die Stadt im Quadrat abgebildet. Denn das ist das Format eines jeden Instagram-Fotos, das sich in der zugehörigen App fürs Smartphone auch immer mit einem Fotofilter nachträglich bearbeiten lässt. Bei Instagram lassen sich Fotos oder Videos posten, verschlagwortet über Hashtags - das Rautensymbol bündelt Orte, Themen und Gefühlsäußerungen.

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"Hannover im Quadrat": Die Bilder von Hannovers Instagrammern.

Pamuk gehört zu den hannoverschen Instagrammern, wie man die fotobegeisterten Netzwerker nennt. Vor knapp drei Jahren reiste die junge Frau durch Südostasien und lernte dabei fast täglich Menschen kennen. „Als ich nach Hannover und in meinen Alltag zurückgekehrt bin, habe ich das vermisst“, erzählt sie. Doch durch Instagram fand sie einen Weg, wieder neuen Leuten zu begegnen. „Ich habe geguckt, wer hier sonst noch aktiv ist, und da habe ich Sascha gefunden“, erzählt Pamuk. Der nennt sich bei Instagram „_qll“ und ist einer der bekanntesten hannoverschen Instagrammer. 670 Fotos hat er bereits gepostet.

Gemeinsam organisierten sie im Oktober vergangenen Jahres einen öffentlichen Fotostreifzug durch die Stadt - das erste „InstaMeet“ in Hannover. „Wir haben uns getroffen und eine Route überlegt“, erzählt Sascha. Und die Idee fand reichlich Anhänger: 19 Hannoveraner versammelten sich zur gemeinsamen Stadt-Tour an der Glocksee.

Alle Bilder zum Fotowalk mit Hannovers Instagram-Szene.

Nach dem ersten „Photowalk“ blieb ein harter Kern zurück, der sich nun alle zwei Wochen trifft. Dabei bleibt das Smartphone überraschend oft in der Tasche. „Ich selber mache kaum Fotos“, sagt Pamuk. „Im Vordergrund steht der gemeinsame Austausch, und dass wir etwas zusammen unternehmen.“ In diesem Punkt sind sich alle einig. „Wir haben uns auch schon öfter getroffen, ohne Fotos zu machen“, erzählt Kerstin.

Das gemeinsame Hobby hat auch sonst positive Nebeneffekte. „Ich bin viel aufmerksamer geworden und gehe ganz anders durchs Leben“, sagt die 32-Jährige. Sie fährt inzwischen lieber mit dem Rad als mit der Stadtbahn, denn „da sieht man mehr“. Durch ihre neu gewonnene Neugierde hatte Kerstin auch schon ein besonders schönes Erlebnis. „Ich wollte im Zooviertel ein paar Blumen an einem Haus fotografieren“, erzählt sie. „Da kam die Bewohnerin raus und hat mich gefragt, was ich denn da machen würde. Ich habe ihr gesagt, dass ich ihre Blumen schön finde und kurz ein Bild machen möchte. Da hat sie mich spontan reingebeten und mir den ganzen Garten gezeigt.“

Alle Bilder zum Fotowettbewerb #meinhannover

 Auch die Leidenschaft am Fotografieren wurde stärker. „Das Treffen hat einen richtigen Motivationsschub gegeben“, erzählt André. Dem 34-Jährigen ist es wichtig, andere Menschen von der Schönheit Hannovers zu überzeugen. „Es gibt hier viele schöne Motive, die man jedoch erst auf den zweiten Blick als solche erkennt“, sagt er, während die Gruppe plaudernd zum Aegi schlendert. Andrés Lieblingsobjekte sind indes Hannovers verwahrloste Spielplätze, für die er eigens eine Fotoserie gestartet hat. Auch seine Mittagspausen nutzt er für Schnappschüsse. „Ich gehe hin und wieder zum Opernplatz und fotografiere Leute, die dort auf den Bänken sitzen“, sagt er. „Vielleicht wird das meine neue Serie.“

Jeder Instagrammer aus der Gruppe hat seine Lieblingsmotive. Emel hat ihren Fokus auf alte Fahrräder und Autos gesetzt. „Hannover zu fotografieren ist mir eine Herzensangelegenheit“, sagt die 30-Jährige. Urbane Hausfassaden und Schattenspiele hingegen gehören zu Roberts Favoriten., die er auf der Lister Meile und der Limmerstraße findet.

An der Oper hält die Gruppe an. Alle greifen zu ihren Smartphones oder Kameras, während Simone, inzwischen nach Berlin gezogen, von ersten Instagram-Erfolgen berichtet: „Ein Medienkonzern ist durch meinen Instagram-Kanal auf mich aufmerksam geworden und hat mich für einen Job gebucht“, erzählt die 44-Jährige. Und wann entstehen die kunstvollen Bilder? „Manche Fotos passieren ganz spontan mit dem Smartphone“, sagt Robert. An anderen Tagen ziehen die Instagrammer mit der Kamera los - alleine oder gemeinsam. Organisator Sascha würde sich über weiteren Zulauf freuen. „Es wäre schön, wenn noch mehr Leute unserer Community beitreten wollen“, sagt der 28-Jährige.

  • Die HAZ bei Instagram:
    Auch ihre HAZ ist bei Instagram. Verfolgen Sie aktuelle Fotos, Videos und Nachrichten aus Hannover auf ihrem Smartphone. Sie finden uns unter dem Nutzernamen HAZ.de oder unter instagram.com/haz.de.
  • Termin:
    Am Sonntag, 22. März 2015, treffen sich Instagrammer aus Hannover und ihre Freunde in den Herrenhäuser Gärten zum elften weltweiten „InstaMeet“. Der Zugang ist für Teilnehmer kostenlos. Alle Informationen zum Event gibt es hier.

Von Nils Oehlschläger

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