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Aus der Stadt Schönheitskönige auf vier Beinen
Hannover Aus der Stadt Schönheitskönige auf vier Beinen
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00:16 04.11.2014
Von Saskia Döhner
Foto: Auf der Internationalen Rassehundausstellung in Hannover werden am ersten Novemberwochenende bis zu 20.000 Besucher erwartet.
Auf der Internationalen Rassehundausstellung in Hannover werden am ersten Novemberwochenende bis zu 20.000 Besucher erwartet. Quelle: Tobias Kleinschmidt
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Hannover

Mehr als 400 Rassen kennt der Welthundezuchtverband FCI. Gut die Hälfte davon konnten die 17 200 Besucher in Hannover an diesem Wochenende in Halle 21 erleben – und dazu noch jede Menge Hundezubehör wie Laufband, Transportwagen und Spezialfutter. Vom durchtrainierten Rottweiler bis zum spindeldürren Windspiel war alles dabei, und das immer mehrfach.
Genau 2524 Rassehunde stellen sich bei der Internationalen Rassehundeausstellung den strengen Augen der Richter. Diese sehen zahlreiche Unterschiede, auch wenn es nur Nuancen sind, während der Laie nur lauter Chow-Chows, Cockerspaniel, Golden Retriever oder Foxterrier erkennt.

„Hundebesitzer bleiben ihrer Rasse meistens treu“, sagt Richter Heinrich Quast aus der Nähe von Hamburg. Also einmal Dackel, immer Dackel. Andreas Tornau, Züchter aus Bad Salzuflen (Nordrhein-Westfalen) ist gleich mit zehn Dackeln angereist, obwohl er nur drei bei den Wettbewerben vorführt. „Die anderen wollen aber auch immer mit“, sagt er. Fünf Langhaardackel und ein Stoffmeerschweinchen liegen zusammen in einem Korb und schlafen. Der Wettbewerb scheint sie nicht zu stressen.

Bis zu 20.000 Menschen besuchen am ersten Novemberwochenende die Internationale Rassehundeausstellung auf dem Messegelände in Hannover.

Die meisten Hunde hier sind eben Profis. So wie der Afghanische Windhund „Goleas’ Tabaluga“, der erst vier Jahre alt, aber schon bei mehr als 100 Ausstellungen angetreten ist. „Wenn er mal nur Zweiter wird, ist er enttäuscht“, sagt Besitzer Jens Hidde aus Bremen, „na ja, vielleicht bin ich es auch, der dann enttäuscht ist“, schiebt er nach und tätschelt seinen Hund. Der guckt nur würdevoll. „Vom Charakter her gleicht er eher einer Katze als einem Hund“, sagt Hidde, „er hat seinen eigenen Kopf.“ Auf alle Fälle tragen Afghanische Windhunde schon rein körperlich die Nase hoch.

Regina und Bertold Franz aus Bielefeld sind mit ihren Irish Soft Coated Wheaten Terriern nach Hannover gekommen. Von dieser seltenen Rasse gebe es nur noch rund 3000 Hunde, erzählt der Mann. Die siebenjährige Hündin Bellis Wheaten von Hof Höltring ist nur Begleitung, der wahre Champion ist der Rüde Sophisticated Wheaten Jamie Oliver, der den Bart wie sein Herrchen trägt. „Der darf nicht geschnitten werden“, sagt Bertold Franz und meint nicht seine, sondern die Kinnhaare seines Hundes. Kristine Tanck aus der Nähe von Hamburg zeigt ihre neunjährige Golden-Retriever-Hündin Pebbles: „Wenn man züchtet, muss man die Rasse auch präsentieren.“

Die Schönsten ihrer Rasse wetteifern am späten Nachmittag erst in den jeweiligen Gruppen wie „Terrier“ (darunter fallen Mini-Hunde wie der Yorkshire Terrier genauso wie die großen Airedale Terrier) oder „Dackel“. Am Ende wird dann der beste Hund des Tages ermittelt. Der schönste Hund des Sonnabends hört auf den Namen „Vallmo“ und ist ein Flat Coated Retriever. Die Konkurrenz ist groß: ein elegant dahertrabender Irish Setter mit wehenden Haaren, ein bodenständiger Bassett, ein trippelnder Zwergdackel, ein pfiffiger American Staffordshire Terrier und ein interessant frisierter Großpudel – aber der schwarzhaarige, dreijährige „Vallmo“ schlägt sie alle. „Natürlich bin ich stolz“, sagt Besitzer Eric Fehrs aus dem schleswig-holsteinischen Hoisdorf. „Und für einen Züchter ist das ein schöner Erfolg.“ Dann muss er schon die Hand der nächsten Gratulantin schütteln. Für den Titel „Bester Hund der Show“ reicht es am Ende nicht. Den gewinnt der Zwergspitz „Magic Dancer“, der der Züchterin Margareta Brzek aus Hamm gehört.

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