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Aus der Stadt Vermieter sollen ausländische Studenten aufnehmen
Hannover Aus der Stadt Vermieter sollen ausländische Studenten aufnehmen
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00:18 18.08.2017
Von Juliane Kaune
Zum Semesterstart im Herbst suchen wieder Tausende Studenten in Hannover eine bezahlbare Wohnung.
Zum Semesterstart im Herbst suchen wieder Tausende Studenten in Hannover eine bezahlbare Wohnung.  Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Zum Semesterstart im Herbst suchen wieder Tausende Studenten in Hannover eine bezahlbare Wohnung. Leicht ist das für keinen. Doch ausländische Studenten, die neu in der Stadt sind, haben es besonders schwer, eine geeignete Bleibe zu finden. Sie haben zunächst kaum Kontakte, sprechen die Sprache nicht perfekt, stoßen mitunter auf Vorbehalte und haben wenig Zeit, kurz vor Studienbeginn ein Zimmer zu finden. Diesen jungen Frauen und Männern soll mit der Kampagne „Schlüsselerlebnisse gesucht“ geholfen werden.

Hochschulen, Stadt, Wohnungswirtschaft und Studentenwerk starten bereits zum zweiten Mal eine gemeinsame Aktion, um angehende Akademiker aus dem Ausland bei der Wohnungssuche zu unterstützen. Sie rufen private Vermieter dazu auf, gezielt Zimmer für internationale Studenten bereitzustellen. „Es hat sich gezeigt, dass die Willkommenskultur in Hannover sehr stark verankert ist“, sagte Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) gestern zum Auftakt der diesjährigen Kampagne.

Im Zuge der ersten Auflage konnten binnen eines Jahres rund 160 internationale Studenten an Privatleute vermittelt werden, die ein Zimmer oder eine Wohnung zu vermieten haben. 20 weitere Bewerbungen seien in Arbeit, sagte Studentenwerkschef Eberhard Hoffmann, der die bisherigen Vermittlungszahlen als Erfolg wertet. Das Studentenwerk hat für diese Aufgabe eigens eine Mitarbeiterin eingestellt. Der Verein Haus & Grundeigentum unterstützt das Projekt ebenso wie das Wohnungsunternehmen Gundlach, die städtische Gesellschaft Hanova und der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Niedersachsen.

Gleichwohl bleibe die Lage auf dem Wohnungsmarkt angespannt, betonte Hoffmann. Aktuell hat das Studentenwerk 1876 Bewerber registriert, die zum Wintersemester noch einen Platz in einem der 16 Studentenwohnheime suchen - 10 Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr. Gerade bei ausländischen Studenten, die oft über ein sehr geringes Budget verfügten, seien die vergleichsweise günstigen Zimmer in den Wohnheimen des Studentenwerks begehrt. Diese sind teilweise schon für eine Warmmiete von 210 Euro zu bekommen.

Die privaten Vermieter, die sich bis dato an der Kampagne beteiligt haben, hätten im Vergleich zu anderen Anbietern auf dem privaten Wohnungsmarkt ebenfalls moderate Preise angesetzt, meint Hoffmann. Die Warmmieten lägen zwischen 290 und 320 Euro.

Zurzeit lernen und forschen rund 5900 internationale Studenten in der Stadt - manche bleiben ein Jahr, andere deutlich länger.

Mehr Informationen unter www.schluesselerlebnisse-gesucht.de.

Mathias Klein 18.08.2017
Michael Zgoll 15.08.2017