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Aus der Stadt Investor baut acht neue Kitas für Hannover
Hannover Aus der Stadt Investor baut acht neue Kitas für Hannover
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21:00 05.09.2011
Von Veronika Thomas
Acht neue Kitas auf einen Streich: Wirtschaftsdezernent  Hans Mönninghoff (v. l.), die Architekten Prof. Christoph Schauhoff, Prof. Kay Marlow, Prof. Gesche Grabenhorst und Oberbürgermeister Stephan Weil stellen das Konzept vor.
Acht neue Kitas auf einen Streich: Wirtschaftsdezernent Hans Mönninghoff (v. l.), die Architekten Prof. Christoph Schauhoff, Prof. Kay Marlow, Prof. Gesche Grabenhorst und Oberbürgermeister Stephan Weil stellen das Konzept vor. Quelle: Thomas
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Hannover

Bei der Bereitstellung von Betreuungsplätzen für Kinder steht die Stadt vor zwei Herausforderungen, umschrieb Oberbürgermeister Stephan Weil die Gemengelage: Der Rechtsanspruch von Eltern auf einen Krippenplatz ab dem 1. August 2013 stelle die Stadt zwar vor die gleichen Herausforderungen wie alle anderen Kommunen auch, in Hannover aber komme eine weitere Besonderheit hinzu: „Die Geburtenzahlen steigen über den prognostizierten Trend, und immer mehr Familien mit kleinen Kindern bleiben in der Stadt, die in den Vorjahren noch ins Umland abgewandert sind“, sagte Weil.

Aus diesem Grund habe sich die Stadt entschlossen, zeitgleich acht neue Kitas von einem Investor bezugsfertig errichten zu lassen, um genügend Betreuungsplätze zu schaffen. Die Investitionskosten von 20 Millionen Euro, die der Investor quasi vorstreckt, zahlt die Stadt über einen Zeitraum von 20 Jahren durch die Mietzahlungen zurück. „Die Neubauten zeigen, wie wichtig uns die Kinderbetreuung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind“, unterstrich Weil die Bedeutung Hannovers als kinderfreundliche Stadt bei der Vorstellung des Bauvorhabens, das im Rahmen einer sogenannten Öffentlich Privaten Partnerschaft (ÖPP) realisiert wird.

Nach einer europaweiten Ausschreibung fiel die Entscheidung auf den mittelständischen Investor, das Bauunternehmen Carl Schumacher aus Wolfenbüttel, dessen Angebot durch das beste Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt habe, wie Wirtschaftsdezernent Hans Mönninghoff sagte. Das Unternehmen wiederum kooperiert mit vier hannoverschen Architekturbüros, wovon jeweils zwei das Architekturkonzept und das Außenkonzept übernehmen.

Die neuen Kitas mit 745 Krippen- und Kitaplätzen entstehen im Robinienweg (Bothfeld), in der Hogrefestraße (Stöcken), Börgerstraße (Bemerode), Posthornstraße (Linden), Am Ahlemer Holz (Ahlem), in der Röntgenstraße (List), im Karl-Imhoff-Weg (Vahrenwald) und in der Bomhauerstraße (Kleefeld). Alle Gebäude werden in Passivbauweise errichtet und einschließlich der Außenanlagen barrierefrei gebaut. Jeder Neubau soll drei Krippengruppen mit zusammen etwa 45 Kindern und zwei Kita-Gruppen für insgesamt 50 Kinder aufnehmen können. Alle Grundstücke befinden sich in städtischem Besitz. Zwar sollen die Neubauten in einem einheitlichen Grundtyp erstellt werden, aber mit unterschiedlichen Fassaden, um Rücksicht auf die örtliche Bebauung zu nehmen. Wegen der verschieden geschnittenen Grundstücke werden einige Kitas als zweigeschossige „Villen“ mit quadratischem Grundriss erstellt, Bautyp Nummer zwei ist eingeschossig mit einem zurückgesetzten Obergeschoss geplant.

Auf Missfallen stieß der Pressetermin des Oberbürgermeisters bei der CDU. „Fünf Tage vor der Kommunalwahl den Bau von Kitas anzukündigen, über den schon seit Jahren verhandelt wird, das hat schon einen unangenehmen Beigeschmack“, sagt CDU-Fraktionschef Jens Seidel. Zwar plädiert auch er dafür, das Projekt so schnell wie möglich durch die politischen Gremien zu winken, aber der zuständige Jugendhilfeausschuss tagt erst Ende September. „Da hätte es auch gereicht, das Bauvorhaben eine Woche vor dem Sitzungstermin anzukündigen“, sagt Seidel. Offenbar habe es sich Weil nicht nehmen lassen, die gute Nachricht noch vor der Wahl zu überbringen.

05.09.2011
Sonja Fröhlich 05.09.2011