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Aus der Stadt Iris Berben bewegt die Infa
Hannover Aus der Stadt Iris Berben bewegt die Infa
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12:49 20.10.2009
Von Stefanie Kaune
Iris Berbens Vortrag aus ihrem Buch „Frauen bewegen die Welt“ zog das Publikum an. Quelle: Martin Steiner

Manche kommen zur Infa wegen der Haushaltsklassiker wie dem „Zauberstab“ oder dem „Magischen Messer“. Andere legen sich lieber eine schicke Filztasche aus der Lebensart-Ausstellung zu oder stöbern in der Weihnachtshalle. Seit gestern ist die Verbraucherschau noch um eine Facette reicher, eine ungewöhnliche Facette, möchte man meinen: Gestern wurde auf der Infa nicht nur gekauft, sondern erstmals auch gelesen. Mitten im Messetrubel. Doch wer sich als prominente Vorleserin Iris Berben (59) einlädt, geht wohl kein ganz großes Wagnis an, was das Publikumsinteresse betrifft.

500 Besucher wollten Schauspielerin Iris Berben beim ersten Lesetag auf der Verbrauchermesse Infa hören.

So war es dann auch in der Halle 19: Der Andrang war gewaltig vor der Bühne, auf der die für ihr politisches Engagement bekannte Schauspielerin aus ihrem Buch „Frauen bewegen die Welt“ vortrug, in dem sie 24 Frauen porträtiert, die gegen Ungerechtigkeit und für Menschlichkeit kämpfen. Die rund 250 Sitzplätze waren schon eine halbe Stunde vor Beginn zu großen Teilen gefüllt, und als die im eleganten schwarzen Hosenanzug gekleidete Berben zu lesen begann, hatten sich rund 500 Zuhörer versammelt. Dem Interesse tat es keinen Abbruch, dass sie ihr Buch bereits im April in der Buchhandlung Schmorl & von Seefeld vorgestellt hatte.

Vor Berbens Auftritt hatten die HAZ-Glossenautoren Hans-Peter Wiechers (61), Uwe Janssen (44) und Bernd Haase (46) mit Kostproben aus ihren Büchern fürs locker-leichte Kontrastprogramm gesorgt. Wiechers verriet seinen Lesern, dass er die besten Ideen in der Straßenbahn hat, Janssen ließ weder Fragen zu Strohsternen noch zu Saunagängen offen, und Haase betonte, dass es sein Glossen-Dorf Twenge tatsächlich gibt. Da machten die Messebummler gern mal Pause, um zuzuhören. Schmunzeln beim Schlendern – das passte bestens.

Iris Berben dagegen hatte nach eigenem Bekunden erst einmal gezögert, als sie die Einladung der Infa-Veranstalter bekam. Sie habe sich zunächst gefragt, ob eine Verbrauchermesse der geeignete Ort sei, um etwa von einer Frau zu erzählen, die Opfern des Völkermords in Ruanda hilft, sagte sie vor der Lesung. Ob es passend ist, wenn sie vor Menschen mit prall gefüllten Einkaufstüten von dieser Esther Mujawayo und weiteren mutigen Kämpferinnen für die Humanität berichtet. „Doch dann habe ich mir gesagt, das ist vielleicht genau das richtige Experiment.“ Sie stelle Schicksale aus „Parallelwelten“ zur Wohlstandsgesellschaft vor. „Vielleicht kann ich gerade die Menschen auf einer Konsumentenmesse auf diese Weise dazu bringen, über Dinge nachzudenken, die ihnen selbstverständlich geworden sind.“

Vorwiegend weiblich war Berbens Zuhörerschaft gestern, wieder einmal. Sie würde sich wünschen, hatte die Schauspielerin hinter der Bühne gesagt, dass sich mehr Männer für die Themen interessierten, die sie vermitteln will. Doch eine Messe, die selbst vorwiegend von Frauen besucht wird, ist wohl nicht unbedingt der Ort, an dem dieser Wunsch wahr wird. Dafür ist die Infa ein Schauplatz, dessen Reiz sich auch eine Frau mit ernsten Anliegen offenkundig nicht entziehen kann: In der Weihnachtshalle bekam die Schauspielerin bei einem kurzen Messerundgang glänzende Augen. „Ich bin ein echter Weihnachtsmensch“, bekannte sie. „Mit dem Fest verbinde ich Erinnerungen an die Kindheit und Empfindungen wie Gemütlichkeit und Geborgenheit.“ Gekauft habe sie aber nichts an den Ständen. Mit einem bewussten Verzicht auf die Verlockungen des Konsums hatte das allerdings weniger zu tun: „Ich hätte einen Container mitbringen müssen, weil ich mich zwischen all den schönen Dingen gar nicht entscheiden kann.“

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