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Aus der Stadt Die Chemie stimmt
Hannover Aus der Stadt Die Chemie stimmt
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18:03 10.04.2015
Von Susanna Bauch
Der Italienische Botschafter Pietro Benassi besucht Stefan Schostok Rathaus.  Foto: Surrey
Der Italienische Botschafter Pietro Benassi besucht Stefan Schostok Rathaus. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Das Wetter war schon mal ziemlich italienisch. Als Pietro Benassi, seit September vergangenen Jahres italienischer Botschafter in Berlin, vorgestern seinen Antrittsbesuch in Hannover absolviert, begleitet ihn strahlender Sonnenschein durch die Stadt. „Nicht, dass mir das so wichtig wäre“, sagt der 55-jährige gebürtige Römer. Schließlich habe er bereits vier Jahre an Italiens Botschaft in Tunesien verbracht. „Da habe ich wohl schon die ganze Portion Sonne abbekommen, die einem so zusteht.“

Pietro Benassi ist kein ganz neuer Mann in Berlin. Von 2002 bis 2005 leitete er die politische Abteilung der Italienischen Botschaft. Ganz neu ist auch Hannover nicht für den Diplomaten. „Am 3. Oktober war ich bereits zum Tag der Einheit vor dem wunderschönen Rathaus zu Gast.“ Am Donnerstag hat er es auch betreten, um sich auf Einladung von Oberbürgermeister Stefan Schostok ins Goldene Buch der Stadt einzutragen. Danach gibt es mehrere Arbeitstreffen, unter anderem in der IHK, wo sich Benassi den Fragen geladener Unternehmer stellte. Die Mittelstandsförderung ist das zentrale Thema, dabei gibt es auch exotische Fragen. „Warum Güter aus Deutschland wegen der Fahrt durch die Schweiz Italien manchmal so schlecht erreichen, das kann ich leider nicht beantworten“, sagt Benassi.

Der studierte Politologe hat vor allem politische Botschaften mitgebracht. Europa ist sein zentrales Thema, die Reformen im eigenen Land und natürlich die gute Beziehung zu Deutschland. „Deutschland ist nicht wichtig, Deutschland ist wesentlich“, betont er. Dass Italien und Deutschland vor allem in europäischen Fragen auf einer Linie seien, sei besonders zu erwähnen. „Die Chemie stimmt. Rom und Berlin sind über Brüssel eng verbunden.“ 16 Mal ist Benassi seit September in Deutschland gewesen, „unserer Handelsaustausch ist schließlich so groß wie der von Großbritannien und Frankreich zusammen.“

Pietro Benassi lehnt sich zurück. Schon als 17-Jähriger hat er ein paar Monate in Deutschland verbracht, „ich mag dieses Land.“ Lange habe man mit Klischees über das jeweils andere Land gelebt. „Die Italiener sind schön, sympathisch und unzuverlässig, die Deutschen genau, sparsam und wenig kreativ.“ Er schmunzelt. Und gestikuliert. „Ja, und der Italiener spricht mit den Händen.“ Klischees. Eine Werbeplakat mit einem italienischen Rennwagen samt deutschem Rennfahrer hat ihm einst besonders gut gefallen: „Darunter stand: Deutsche Kreativität mit italienischer Zuverlässigkeit.“ Es sei ein großes Plus sei, „dass die Deutschen Italien lieben.“ Mit Reformen auch der öffentlichen Verwaltung und vor allem großem Engagement gegen die Jugendarbeitslosigkeit wolle sein Land jetzt durchgreifen, „wir können es uns nicht leisten, ein oder zwei Generationen zu verlieren. Neben dem „mehr an Europa“ sei dieses Ziel auch Aufgabe für ihn als Botschafter in Berlin. „Wir müssen unser Land neu strukturieren - und haben zum Glück die Zustimmung der Bevölkerung.“

Es dämmert, als Pietro Benassi wieder in den Zug gen Berlin steigt. „Hannover ist eine angenehme Stadt“, sagt er. Wenngleich die Sonne hier etwas kühler sei als in seiner Heimat Rom. Aber er hatte ja auch schon genug davon.

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