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Aus der Stadt Jahr der Rekorde für Medizinische Hochschule Hannover
Hannover Aus der Stadt Jahr der Rekorde für Medizinische Hochschule Hannover
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08:16 13.05.2009
Von Veronika Thomas
Archivbild Quelle: Jochen Luebke/ddp

Die Erlöse aus der Krankenversorgung stiegen 2008 erstmals auf über 300 Millionen Euro, und mit mehr als 53.000 stationär versorgten Patienten (2007: 50.732) wurden so viele wie nie zuvor an der MHH behandelt. Dabei erwirtschaftete die Hochschule einen Überschuss von 4,3 Millionen Euro.

„Wir sind unserem Ziel, die nationale Spitze der Hochschulmedizin zu erreichen, ein gewaltiges Stück näher gekommen“, sagte MHH-Präsident Prof. Dieter Bitter-Suermann, zuständig für das Ressort Forschung und Lehre, gestern bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2008. „Die Forschung boomt, und dieser Trend hält an.“ Während 2007 13 neue Professuren berufen wurden, waren es im vergangenen Jahr bereits 27, im kommenden Jahr werden es 34 neue Professuren sein. „Damit ist die MHH – Forschungsmittel pro Professur gerechnet – die forschungsaktivste Hochschule Deutschlands.“ Für dieses Jahr rechnet die MHH mit einer Steigerung der Drittmittel um neun bis zehn Millionen Euro.

Auch im Bereich der Krankenversorgung sieht die Bilanz durchweg positiv aus. Die durchschnittliche Verweildauer der Patienten sank gegenüber 2007 von 8,45 auf 8,24 Tage, angestrebt wird ein Wert von etwa sechs Tagen bis 2012/2013. „Das setzt jedoch eine gute Vernetzung mit anderen Kliniken und Reha-Einrichtungen voraus“, sagte MHH-Vizepräsident Andreas Tecklenburg, zuständig für das Ressort Krankenversorgung. „Die Konzentration auf besonders kranke Patienten und sehr komplexe Fälle bei einer Leistungsfähigkeit, die nur ein Supramaximalversorger bieten kann, sichert unsere Position“, sagte Tecklenburg. Einweisende Kliniken schätzten die MHH wegen der hoch spezialisierten Therapien. Auch die Zahl der ambulanten Behandlungen stieg erneut – 2008 um 11 002 auf nunmehr 323.287 Fälle.

Die wirtschaftliche Entwicklung bezeichnete MHH-Chefökonom Holger Baumann ebenfalls als gut. 2008 erwirtschaftete die MHH 5,8 Millionen Euro, wovon 1,5 Millionen Euro in Rücklagen flossen. Damit blieben 4,3 Millionen übrig. Dazu trugen auch die gesteigerten Erlöse aus der Krankenversorgung bei, die mit 311,1 Millionen Euro (2007: 252,9 Millionen Euro) ein Plus von 5,9 Prozent bedeuten.

Die Personal- und Sachkosten stiegen allerdings um 6,1 Prozent auf 353,8 Millionen Euro – bei 7955 Beschäftigten, das entspricht 6587,7 vollen Stellen (2007: 6370). Der Anteil der über Drittmittel finanzierten Stellen stieg um 25,5 Prozent auf 715 Kräfte (2007: 570). Damit ist die MHH zweitgrößter Arbeitgeber in der Region Hannover und steht an 17. Stelle der 100 größten Unternehmen in Niedersachsen. 2809 Nachwuchsmediziner und -naturwissenschaftler studieren an der MHH, darunter 1985 Humanmediziner sowie angehende Zahnmediziner, Biomediziner und Biochemiker.

In diesem Jahr ist geplant, wegen der großen Nachfrage mit dem Bau einer dritten Kindertagesstätte zu beginnen. Dank einer 32,5-Millionen-Euro-Spritze aus dem Konjunkturpaket des Landes soll spätestens Anfang 2010 Baustart des Pädiatrischen Forschungszentrums mit einem Volumen von 18,5 Millionen Euro sein. Priorität hat die Sanierung der Zentralen Notfallaufnahme und Aufnahmestation, die beim Bau der MHH ursprünglich für 8000 Patienten eingerichtet worden war. Heute werden hier jährlich 44.000 Patienten versorgt. „Über keinen anderen Bereich gibt es so viele Beschwerden wie über die Notfallaufnahme“, erklärte Baumann. Darüber hinaus müssen viele Stationen saniert, die Parkplätze erweitert und zusätzliche Laborarbeitsplätze geschaffen werden.

Für dieses Jahr rechnet Bitter-Suermann allerdings mit schwierigeren Rahmenbedingungen. Aufgrund einer Änderung des Krankenhausreformgesetzes müsse die MHH einen Einnahmeverlust von etwa fünf Millionen Euro für Krankenhausleistungen hinnehmen, weil die mit den Kassen vereinbarten Fallpauschalen kurzfristig verändert worden seien. „Wir müssen alle Abläufe auf den Prüfstand stellen“, kündigte Bitter-Suermann an.

Der Streit zwischen Region und Arbeitsagentur um den Geschäftsführer der gemeinsamen Jobcenter, Thomas Heidorn, hält weiter an. Die Region widerspricht nun der Arbeitsagentur – und belegt ihre Position ebenfalls mit Statistiken.

Bernd Haase 12.05.2009

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