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Aus der Stadt Zoo-Jahreskarte für "zweifünfzig"
Hannover Aus der Stadt Zoo-Jahreskarte für "zweifünfzig"
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22:01 08.06.2015
Von Bernd Haase
Karin und Werner Huckschlag haben eine historische Jahreskarte zur Ausstellung beigesteuert.
Karin und Werner Huckschlag haben eine historische Jahreskarte zur Ausstellung beigesteuert. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Als die Seelzerin Karin Huckschlag beim Aufräumen im Nachlass ihres Großvaters gestöbert hat, fand sie eine Eintrittskarte für den Zoo Hannover aus dem Jahr 1940.

Diese trug ein Bildnis ihres Inhabers und kostete seinerzeit 2,50 Reichsmark. Das Bemerkenswerte daran: „Es handelt sich nicht um eine Tages-, sondern um eine Jahreskarte“, sagt Karin Huckschlag. Am Montag war sie mit ihrem Mann Werner zu Gast im Prunksaal des Maharadscha. Die Jahreskarte hat es als Exponat in die Jubiläumsausstellung zum 150-jährigen Bestehen des Tierparks geschafft, die dort als erste von insgesamt fünf eröffnet wurde, die im Jahresverlauf geplant sind.

„Von Bären und Bürgern - Zoo gestern, heute, morgen“, lautet der Titel der Ausstellung. Zusammengestellt haben sie die Zoomitarbeiter. Das Motto greift die Gründungsidee und die Schwierigkeiten der Anfangszeit auf. Weil sich König Georg V. in seinem Engagement für einen künftigen Zoo auf ein Geschenk in Form zweier Bären beschränkte, gründeten bildungsinteressierte Bürger eine Aktiengesellschaft zur Finanzierung. „Sie dürfte zu den ersten zehn ihrer Art in Hannover gezählt haben“, sagt Hendrik Janssen, stellvertretender Geschäftsführer der Börse Hannover. Diese hat eines der Papiere aus dem Jahr 1866 im Nennwert von 20 Thalern Courant in den Zoo geschickt. Dort ist die Aktie nun in einer Glasvitrine zu sehen.

Aus dem Stadtarchiv der Stadt Alfeld stammt ein Film, in dem man in blassen Schwarz-Weiß-Bildern Raubkatzen, Affen und Elefanten in beengten Behausungen sieht. Alfeld war Sitz der Tierhandlung Ruhe, die den Zoo von 1931 an gepachtet hatte. „Es gab Zeiten, da sind die Alfelder nachts von Löwengebrüll aufgewacht. Tagsüber wurden Elefanten durch die Straßen getrieben“, sagt Matthias Quintel vom Verein Alt-Alfeld.

Wer sich die Zeit nimmt, kann im Prunksaal viel lesen und sich dabei in den Werdegang des Zoos einfühlen. Auf 33 Stelen erläutern die Ausstellungsmacher die Chronik der Bauten und den Wandel von der romantischen über die funktionale hin zur thematisierenden Zoogestaltung samt einhergehender Haltungsbedingungen für die Tiere. Auch die Gegenwart hat ihren Platz, indem etwa Artenschutzprojekte, der weltweite Tieraustausch der Zoos untereinander, Tierbeschäftigung oder Veterinärmedizin einst und jetzt erläutert werden. Die Macher zeigen auch geplante Neubauten. „Der Zoo hat sich in seiner Geschichte stark verändert, ist jedoch seinen Werten treu geblieben“, sagt Geschäftsführer Andreas Casdorff. Schon immer habe man Menschen jeden Alters und Bildungsgrads erreichen, sie begeistern und ihnen die Vielfalt und Schönheit der Natur näherbringen wollen. Bildung bleibe neben Naherholung Schwerpunkt der Arbeit des Tierparks, der für den Erhalt faszinierender Arten und ihrer Lebensräume werben wolle.

Die Ausstellung „Von Bären und Bürgern“ ist bis zum 21. Juni im Prunksaal des Maharadscha zu sehen. Der Besuch ist im Eintrittspreis inbegriffen. Wer eine Tageskarte für 25 Euro gekauft hat, wird vielleicht ein wenig länger an der Vitrine mit der historischen Jahreskarte verweilen.

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