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Aus der Stadt Jobcenter verdoppelt Sanktionen
Hannover Aus der Stadt Jobcenter verdoppelt Sanktionen
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08:46 12.04.2012
Von Mathias Klein
Foto: Das Jobcenter Region Hannover straft immer mehr Hartz-IV-Empfänger ab.
Das Jobcenter Region Hannover straft immer mehr Hartz-IV-Empfänger ab. Quelle: Surrey
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Hannover

Die Zahl stieg von rund 7700 Kürzungen der Bezüge im Jahr 2008 auf 13.900 bis zum November des vergangenen Jahres. Da die Zahlen für den Dezember 2011 noch nicht vorliegen, dürften noch mehr als 1000 weitere Fälle hinzukommen.

In der Region gibt es seit 2007 zwischen 82.000 und 89.000 sogenannte Bedarfsgemeinschaften mit einem oder mehreren Empfängern von Hartz-IV-Leistungen. 2007 lag die Sanktionsquote noch bei unter einem Prozent. Im vergangenen Jahr stieg sie auf rund 1,5 Prozent an.
Allerdings handele es sich dabei überwiegend nicht um Betrugs- oder Missbrauchsfälle, machte die Sprecherin des Jobcenters Hannover, Bianka Riewoldt, deutlich. Vielmehr handele es sich in den allermeisten Fällen um Meldeversäumnisse. Zum Beispiel seien Termine beim Jobcenter oder beim ärztlichen Dienst nicht rechtzeitig wahrgenommen worden, erläuterte die Sprecherin.

Die Gründe für den Anstieg liegen laut Riewoldt in der verbesserten konjunkturellen Lage. Dadurch seien viel mehr Stellen im Angebot, und auch Hartz-IV-Empfänger erhielten dadurch mehr Einladungen zum Beispiel für Vorstellungsgespräche. Werde ein solcher Termin versäumt, werde die Leistung gekürzt. Das gelte auch, wenn fest geschriebene Termine wie eine Sucht- oder eine Schuldnerberatung nicht wahrgenommen würden. Die gute wirtschaftliche Lage habe überdies dazu geführt, dass jetzt auch Menschen mit sogenannten Vermittlungshemmnissen wie gesundheitlichen Problemen zu Vorstellungsgesprächen eingeladen würden. Im bundesweiten Durchschnitt werden die Leistungen bei Verstößen um 116 Euro reduziert.

Sonja Fröhlich 12.04.2012
Tobias Morchner 15.04.2012
Stefanie Kaune 14.04.2012