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Aus der Stadt Jobcenter verzeichnet Fehlbuchungen in Millionenhöhe
Hannover Aus der Stadt Jobcenter verzeichnet Fehlbuchungen in Millionenhöhe
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00:15 31.12.2016
Von Mathias Klein
Deutschland, Hannover 13.12.2016JobCenter Calenberger Esplanade 4.foto:Villegas
Quelle: Villegas
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Hannover

Beim Jobcenter sind Tausende Fehlbuchungen von Mitarbeitern jahrelang unentdeckt geblieben. Dadurch ist der Region Hannover ein finanzieller Schaden von rund 4,5 Millionen Euro entstanden. In einem Vertrag hat sich das Jobcenter nun verpflichtet, die Summe an die Region Hannover zu erstatten.

Tausende Fehlbuchungen

Offenbar ist es zwischen 2012 und 2015 zu massenhaften Fehlbuchungen durch Jobcenter-Mitarbeiter bei Sozialhilfekosten gekommen. Leistungen, die eigentlich der Bund übernehmen musste, wurden über die Region abgerechnet. „Die fehlerhaften Buchungen ergeben sich hauptsächlich daraus, dass die Mitarbeiter im Jobcenter die bewilligten Leistungen nicht in den richtigen Auswahlfeldern im IT-Fachverfahren erfasst haben“, heißt es in einer Verwaltungsvorlage für die Mitglieder der Regionsversammlung.

In diesem Zusammenhang übt die Verwaltung scharfe Kritik am Jobcenter. Nach Ansicht der Region waren die Mitarbeiter in das Programm nicht ausreichend eingewiesen, zudem war die interne Arbeitshilfe des Jobcenters für das Programm mangelhaft. Wörtlich heißt es in der Vorlage: „Die Begründung für die fehlerhafte Eingabe liegt neben fehlenden Kenntnissen von Mitarbeitern auch in einer fehlerhaften Arbeitshilfe des Jobcenters.“ Da in dem Programm jedes Auswahlfeld einem bestimmten Träger zugeordnet sei, „kam es folglich in einer Großzahl von Fällen zu belastenden Buchungen für die Region Hannover“.

Prüfer der Region hatten schließlich die Buchungsfehler entdeckt. Das Jobcenter der Region Hannover ist eine gemeinsame Einrichtung der Bundesagentur für Arbeit und der Region Hannover. Die geprüften Fälle wurden schließlich über die Jahre hochgerechnet.

Kritik an Jobcenter

Der HAZ liegt der Entwurf eines Vertrages zwischen der Region und dem Jobcenter vor. In der Vereinbarung erkennt das Jobcenter an, dass der Region der Millionenschaden entstanden ist. Außerdem verpflichtet sich das Jobcenter zur Rückzahlung. Die 4,5 Millionen Euro werden im kommenden Jahr an die Region ausbezahlt, berichtet Sprecherin Christina Kreutz. Die Summe soll zur Schuldentilgung verwendet werden.

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