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Aus der Stadt Junge Design-Detektive ermitteln im Museum August Kestner
Hannover Aus der Stadt Junge Design-Detektive ermitteln im Museum August Kestner
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13:01 16.05.2011
Von Heike Schmidt
Alvar ermittelt beim Kinderfest im Museum August Kestner.
Alvar ermittelt beim Kinderfest im Museum August Kestner. Quelle: Steiner
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Es ist gar nicht so einfach, „Das Geheimnis der fünf roten Stühle“ an diesem Morgen im Museum August Kestner zu lösen. Dort stieg am Sonntag anlässlich des Internationalen Museumstages ein Kinderfest, das sich auf die aktuelle Ausstellung „Die Essenz der Dinge – Design und die Kunst der Reduktion“ bezog.

Eignungstest ablegen

Rund 1000 Mädchen und Jungen kamen mit ihren Eltern zu dem Fest, in dessen Mittelpunkt ein kleiner Krimi stand. Quer durchs ganze Haus am Trammplatz ermittelten die Nachwuchsdetektive. Ihre Recherche drehte sich um einen Designklassiker: Einer der Bofinger-Stühle von 1964/65 war verschwunden. Fünf noch vorhandene markierten die einzelnen Ermittlungsstationen, an denen die Kinder Aufgaben erfüllen mussten, um einen Stempel in ihren Detektivausweis zu bekommen.

Doch bevor die Nachwuchskriminalisten die Arbeit aufnehmen durften, mussten sie einen kleinen Eignungstest ablegen.

Auf einem Tisch im ersten Stock stehen verschiedene Eierbecher. „Welcher davon hat eine einfache Form?“, fragt Museumsmitarbeiter Valentin Vey. Mika sucht drei Stück heraus. Mit dabei ist auch ein silbernes Exemplar, das einen Deckel zum Zuklappen hat. „Na ja, schlicht ist der vielleicht nicht unbedingt“, meint seine Mutter Kerstin Grothe skeptisch. „Aber er ist praktisch, weil er das Ei warm hält“, verteidigt Mika seine Wahl.

Und da Schönheit auch vom Auge des Betrachters abhängt und beim Design neben der Form immer die Funktion eine große Rolle spielt, bekommt der Achtjährige seinen Pass und darf loslegen.

Vanessa und ihre Freundin Lisa sind schon bei der ersten Station angekommen. Bei einem Tangramspiel sollen sie eine Figur, die sie als Schattenriss vorgelegt bekommen, aus unterschiedlich großen Dreiecken und Rechtecken nachlegen. Der Kopf mit Hut ist noch einfach zusammenzusetzen, aber dann? „Vielleicht das große Dreieck?“, fragt Vanessa und greift nach einer geometrischen Form. „Nein! Nicht Oma! Du machst den Kopf kaputt!“, befürchtet sie, als ihr die Großmutter helfen will.

Die beiden Freundinnen bekommen es alleine hin. „Doch manchmal ist es schon gut, ein wenig zu helfen“, meinen Vanessas Eltern Willi und Sandra Schmieschek. Allgemein wird es nicht nur an den einzelnen Stationen des Krimis gern gesehen, wenn Eltern oder Freunde beim Ermitteln oder Basteln helfen, soll das Kinderfest vor allen Dingen auch ein Familienfest sein.

"Diese Aktion ist super"

Im Bastelbereich ist das Angebot groß und dank der finanziellen Unterstützung der Volksbank überhaupt erst möglich. Seit der Öffnung am Morgen tummeln sich zahlreiche Jungen und Mädchen im neuen museumspädagogischen Raum. Während Theresa Gültekin einen der „Traumballons“ hält, malt ihre Tochter Cecile die obere Kante an. Im Museum August Kestner waren sie bisher noch nie. „Aber diese Aktion ist super“, meinen sie.

Für die Kleinsten hat das Museum im ersten Geschoss eine Stempelwerkstatt eingerichtet, in der sie Umrisse von Stuhlklassikern mit Dreiecken, Kreisen oder auch Quadraten ausfüllen können.

Und die Nachwuchsermittler? Die ertasten Materialien, ordnen geometrische Formen zu, befassen sich mit Eigenschaften von durchsichtigem Plastik – und finden letztendlich heraus, was es mit dem roten Stuhl auf sich hat.

Wer das Fest im Museum August Kestner verpasst hat, für den könnte das museumspädagogische Angebot etwa für Kindergärten interessant sein.
Infos bei Pia Drake unter (05 11) 16 84 56 77.

Conrad von Meding 15.05.2011
Vivien-Marie Drews 15.05.2011
Stefanie Kaune 15.05.2011