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Aus der Stadt KSG investiert in günstigen Wohnraum
Hannover Aus der Stadt KSG investiert in günstigen Wohnraum
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08:12 06.09.2011
Von Bernd Haase
Foto: Geschäftsführer Hans-Herbert Kruse (li.), sein Nachfolger Karl Heinz Range (re.) und Regionspräsident Hauke Jagau.
Geschäftsführer Hans-Herbert Kruse (li.), sein Nachfolger Karl Heinz Range (re.) und Regionspräsident Hauke Jagau freuen sich über die guten Zahlen. Quelle: Frank Wilde
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Bei der Kreissiedlungsgesellschaft (KSG), mit knapp 7600 Wohnungen im Bestand eines der größten kommunalen Unternehmen in diesem Segment, steht ein Stabwechsel ins Haus. Geschäftsführer Hans-Herbert Kruse geht nach 49 Jahren bei der KSG zum Jahresende in den Ruhestand und wird von Karl Heinz Range beerbt.

Zum Abschluss präsentierte Kruse gestern eine gute Bilanz für das Jahr 2010. Die KSG, deren Anteilseigner die Region Hannover sowie die Kommunen des früheren Landkreises sind, hat mit ihren 70 Mitarbeitern bei einem Umsatz von 41,4 Millionen Euro einen Überschuss von 3,5 Millionen Euro erwirtschaftet. „Dabei muss man berücksichtigen, dass wir mehr als 40 Prozent unserer Netto-Mieteinnahmen in die Instandhaltung und Modernisierung stecken“, erklärte Kruse. Die KSG komme hier auf 15,5 Millionen Euro und damit auf 34 Euro pro Quadratmeter im vergangenen Jahr. Bei großen Wohnungskonzernen seien es teilweise weniger als zehn Euro. Der Hauptanteil der Investitionen werde für energetische Sanierung und für den behindertengerechten Umbau von Wohnungen verwendet. Mit einer Durchschnittsmiete von 5,09 Euro pro Quadratmeter bewege man sich fast überall innerhalb der Grenzen des Mietspiegels.

Geschäftsführer Kruse geht in den Ruhestand

Im Neubausegment unternimmt die KSG nach einigen Jahren Pause auch wieder Anstrengungen. Zurzeit läuft ein Investitionsvolumen von 30 Millionen Euro; umfangreichster Brocken ist die Sanierung des Ortskerns von Langenhagen-Wiesenau. Dort – wie auch in Pattensen – hat sich das Unternehmen zum Abriss und Ersatz nicht mehr sanierungsfähiger Gebäude entschlossen. „Wir machen die meisten Neubauvorhaben nicht aus Renditeerwägungen, denn die liegt fast bei null“, sagt Kruse. Es gebe aber kaum noch Wohnungsbauunternehmen, die in günstigen Wohnraum investierten. „Die meisten wollen Luxusobjekte in Innenstadtnähe mit zwölf Euro Quadratmetermiete. Wir müssen aber auch den Bedarf der Leute decken, die sich das nicht leisten können“, erklärt der scheidende Geschäftsführer.

Mit dem 66-jährigen Kruse geht ein Urgestein der regionalen Wohnungswirtschaft. „Die KSG ist ein Unternehmen, das so gut dasteht, dass wir uns wenig darum kümmern müssen“, sagte Regionspräsident Hauke Jagau, gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender. Nachfolger Range will an der sozialen Ausrichtung der KSG nichts ändern. Der 56-jährige Architekt kommt aus Kassel, wo er eine Wohnungsbaugenossenschaft führte, nach Hannover. „Wir haben ihn aus einer Vielzahl an Bewerbern gekürt. Die meisten Konkurrenten kamen von Heuschrecken, also Kapitalgesellschaften“, sagt Jagau.

Veronika Thomas 05.09.2011
05.09.2011