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Aus der Stadt Kälte könnte Flüchtlingscamp beenden
Hannover Aus der Stadt Kälte könnte Flüchtlingscamp beenden
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08:10 11.12.2014
Von Tobias Morchner
Dauerhaftes Wohnen untersagt: Die sudanesischen Flüchtlinge vom Weißekreuzplatz stehen vor einem harten Winter. Foto: Surrey
Dauerhaftes Wohnen untersagt: Die sudanesischen Flüchtlinge vom Weißekreuzplatz stehen vor einem harten Winter. Foto: Surrey Quelle: Surrey
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Alle bislang getroffenen Vorbereitungen mussten wieder rückgängig gemacht werden. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass die Behörden die Demonstranten nicht lange bei Eiseskälte auf dem Platz übernachten lassen werden. Damit könnte die friedliche Besetzung des Platzes mit Einsetzen des Winterwetters zu Ende gehen.

Sollten die Flüchlinge dennoch damit fortfahren, ihr Camp auf den Winter vorzubereiten, hätte die Polizei eine Handhabe, das Camp umgehend zu räumen. „Es hat ein Gespräch gegeben, in dem wir die Flüchtlinge erneut auf die von Anfang an geltenden Bestimmungen für das Camp hingewiesen haben“, sagt Behördensprecherin Martina Stern. Die Sudanesen sind verärgert: „Die Behörden geben uns damit zu verstehen, dass wir in dieser Stadt nicht willkommen sind“, heißt es in einer Erklärung, die der HAZ vorliegt.

In den vergangenen Wochen hatten die Sudanesen gemeinsam mit ihren deutschen Unterstützern damit begonnen, Vorbereitungen für ein Überwintern auf dem Platz zu treffen. Sie hatten sich unter anderem sogenannte Europaletten besorgt, die sie in die Zelte legen wollten, um so besser vor der Kälte geschützt zu sein. „Wir haben festgestellt, dass im Camp Baumaterialien angeliefert wurden, und haben daraufhin das Gespräch mit den Flüchtlingen gesucht“, sagt Martina Stern. Nach Angaben der Polizei habe das Camp von Beginn des Protestes an einen symbolischen Charakter gehabt. Ein dauerhaftes Wohnen auf dem Platz sei von vorneherein untersagt gewesen. Diese Vorgaben seien von den Sudanesen bislang auch so angenommen worden. Verbrachte der eine oder andere Flüchtling in der Vergangenheit dennoch die Nacht in einem der Zelte, bewies die Behörde stets Augenmaß und schritt nicht ein. Ohnehin muss keiner der Demonstranten auf dem Weißekreuzplatz aus der Not heraus dort kampieren. Jeder von ihnen hat einen Platz in einem der Flüchtlingswohnheime der Stadt oder der Region.

Die Sudanesen sind dennoch entschlossen, den Winter auf dem Platz zu verbringen – auch ohne Schutz vor der Kälte. „Die Fragen der Menschenrechte haben nichts mit Sommer oder Winter zu tun“, sagt Maissara Saeed, einer der Sprecher des Camps. Unterdessen ist Bezirksbürgermeister Michael Sandow (SPD) im Gespräch mit der Verwaltung darum bemüht, eine Lösung für das Problem zu finden. „Es muss möglich sein, die Menschen im Camp mit einer gewissen Grundwärme zu versorgen“, sagt er. Eine Lösung zeichnet sich bislang jedoch nicht ab. Offenes Feuer oder das Aufstellen sogenannter Heizpilze hat die Stadt bereits untersagt.

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