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Aus der Stadt Kaffee und Mehl lose kaufen wie bei Tante Emma
Hannover Aus der Stadt Kaffee und Mehl lose kaufen wie bei Tante Emma
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00:25 31.10.2015
Von Bärbel Hilbig
Wollen zurück in die Zukunft: Helmut Fürll, Silvia Sebald und Michael Albert.  Foto: privat
Wollen zurück in die Zukunft: Helmut Fürll, Silvia Sebald und Michael Albert. Foto: privat
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Hannover

Äpfel, Lauch oder Tomaten lassen sich auf jedem Wochenmarkt lose kaufen. Doch damit enden die Möglichkeiten, Lebensmittel ganz ohne Verpackung zu bekommen, schon fast. Das will ein Trio in Hannover nun ändern. Michael Albert, Helmut Fürll und Silvia Sebald wollen im kommenden Frühjahr ein Geschäft eröffnen, in dem es Produkte wie Kaffee, Mehl, Nudeln, Milch, Öl, Wein, Saft und selbst Pulver zum Zähneputzen verpackungsfrei zu kaufen gibt.

„Das setzt voraus, dass die Kunden vorbereitet, also mit Behältern, in den Laden kommen“, räumt Michael Albert ein. Vergessliche könnten notfalls vor Ort leere Dosen oder Gläser kaufen. Dauerhaft Vergessliche wären aber bei Lola - dem Loseladen wohl fehl am Platz. Denn der gesamte Einkauf setzt ein Mindestmaß an Planung voraus. Albert und seine Mitstreiter sind dennoch von ihrer Idee überzeugt. Das bundesweit wohl erste verpackungsfreie Geschäft eröffnete 2014 in Kiel, Berlin zog nach. Dieses Jahr gab es mehrere Neugründungen, weitere sind in Vorbereitung.

Der Versuch, für das Öko-Projekt in Hannover Geldgeber im Netz zu finden, ist zwar enttäuschend verlaufen. Die drei Geschäftsgründer, von Beruf Tischler, Grafiker und Heilpädagogin, wollten per Crowdfunding-Kampagne 30 000 Euro einsammeln. Die Wahrscheinlichkeit, dass die angestrebte Summe bis Sonntag um 23.59 Uhr noch zusammenkommt, ist gering. Bis Mittwochabend hatten Kleinspender gut 11.500 Euro zugesagt, die aber verfallen, wenn die Gesamtsumme nicht erreicht wird.

„Wir fangen dann kleiner an“, erklärt Albert. Für die Miete in der Anfangszeit, Warenausstattung und vor allem Einrichtung ist ein beträchtliches Startkapital notwendig. Private Sponsoren geben Geld und eine öffentliche Förderung steht in Aussicht. Den Großteil ihrer Investition werden die drei mit einem Bankkredit finanzieren. Teuer wird die Einrichtung vor allem, weil die Lebensmittel in speziellen Spendern angeboten werden, aus denen die Kunden sie abfüllen können. Bisher gibt es das System nur von einem Anbieter - und aus Plastik. „Wir wollen das nicht, denn unser Projekt soll ja Plastik vermeiden.“ Albert hat Spender aus Glas entwickelt, die jetzt zum Patent angemeldet sind.

Wo der Laden öffnen soll, ist noch ungewiss. Zunächst stand ein Ladenlokal in der Nordstadt in Aussicht, die Anmietung hat allerdings nicht geklappt. Nun suchen die beiden Gründer ein neues geeignetes Objekt in einem möglichst innenstadtnahen Stadtteil.

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