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Aus der Stadt Kaffeekränzchen bei Frau Herzblut
Hannover Aus der Stadt Kaffeekränzchen bei Frau Herzblut
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00:15 09.11.2015
Von Jutta Rinas
Carolin Strothe alias Frau Herzblut orientiert sich bei ihrer Wohnungsgestaltung an dem Lifestyle der dreißiger Jahre. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Eines ihrer schönsten Stücke ist ein Kellerfund: ein Buffet-Esszimmerschrank von 1910 oder 1920. Die hannoversche Food- und Lifestylebloggerin Carolin Strothe fand ihn als Studentin im Keller von Freunden – und nahm ihn mit, obwohl sie in ihrer Studentenbude eigentlich gar keinen Platz dafür hatte. Den Salzstreuer in Form einer weißen Porzellankatze, typisch Fünfzigerjahre, hat sie in Hannover in Dithmars Kaufhaus entdeckt. Den passenden Pfefferstreuer – eine schwarze Porzellankatze – kaufte sie bei ebay, ein Original des oberfränkischen Porzellanherstellers Goebel.

Carolin Strothe aus Hannover ist in Bloggerkreisen vor allem unter ihren Pseudonym bekannt: Frau Herzblut. Gerade ist ihr zweites Kochbuch erschienen. HAZ-Autorin Jutta Rinas und Fotograf Philipp von Ditfurth waren zum Kaffeekränzchen eingeladen.

Wer Carolin Strothes Wohnzimmer betritt, der befindet sich von einem Moment auf den anderen in einer Art Gegenwelt zu all der Tristesse, die eine Großstadt wie Hannover verbreitet, zu Autolärm, Beton-Hochburgen, Straßendreck. Stattdessen scheint die Zeit wie stehen geblieben in der Altbauwohnung in der Oststadt. Mit ihren vielen Fundstücken von Flohmärkten verbreitet sie – ähnlich wie Strothes Blog „Frau Herzblut“ – den nostalgischen Charme der 1930er bis 1950er Jahre. Das Wohnzimmer ist ganz in Weiß und Grau mit Akzenten in Rosa, Pink und Violett gehalten. „Ich bin halt farblich der Wintertyp“, sagt die studierte Kommunikationsdesignerin dazu lachend, die zudem Teilhaberin der hannoverschen Designagentur „herzblut“ ist. Der begeisterten Swingtänzerin ist bewusst, dass die Zeit zwischen 1930 und 1950 nicht nur idyllisch war: „Es gab Krieg und man konnte, schon wenn man sich beim in der NS-Zeit verbotenen Swing-Tanzen erwischen ließ, ganz schnell in einem Arbeitslager landen.“ Dennoch steht diese Zeit für Strothe auch für Entschleunigung, für eine Welt, die nicht so schnelllebig wie die heutige ist.

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Computer oder Internet will die Bloggerin „natürlich nicht missen“. Aber der frühe Tod des Vaters macht der damals 20-Jährigen schmerzlich bewusst, wie kostbar Zeit, Lebenszeit, ist: Wie wichtig es ist, „eine schöne Zeit miteinander zu verbringen“. Anfangs kultiviert sie die „Liebe zu den feinen kleinen Dingen“ mit Freunden. Seit 2013 kündet auch ihr Alter Ego, „Frau Herzblut“, in dem Blog www.frauherzblut.de von dem Bedürfnis, sich den Sonntag mit Kaffee, Tee, und selbst gebackenem Kuchen zu versüßen.

Kochen und Backen ist Familientradition

Deko-Vorschläge für Geburtstage, Weihnachten oder andere Festlichkeiten findet man dort, dazu Rezepte, passend zur Jahreszeit oder zu einem Motto wie „London Tea Party“ oder „Petit Paris“.
Ein Gefühl für Stylisches, Mode, wurde Strothe quasi in die Wiege gelegt. Vater Norbert war als Herrenschneidermeister zunächst bei dem hannoverschen Herrenausstatter Hellborn in der Königstraße und später bei SØR in der Georgstraße tätig. Auch Kochen und Backen hatte in der Familie Tradition. Am Wochenende sei man regelmäßig zu den Großeltern nach Langenhagen gefahren. Dort wurde „gepflückt und geerntet, was der große Garten so hergab“, erzählt Strothe. Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen, Beeren, sogar Walnusssträucher gab es dort. Strothes Faible für das Saisonale, für Bioprodukte, kommt daher: „Ich weiß, wie ein Apfel schmeckt, den man direkt vom Baum gepflückt hat, oder eine Kartoffel aus der Erde“, sagt sie: „Das spiegelt sich in meiner Küche wider.“

Klassiker interpretiert sie neu: In ihrem gerade erschienenen zweiten Buch „Frau Herzblut. Zauberhafte Herzstücke für Herbst & Winter“ (Busse Verlag, 112 Seiten, 19,95 Euro) ist aus dem Gugelhupf aus der Biedermeierzeit „Baileys Bundt Cake“ geworden. Traditionelle „Schokoküchlein“ kombiniert sie mit ungewöhnlichem Herbstgemüse: mit Roter Beete (siehe zu beidem unsere Rezepte).
Das kommt inzwischen nicht mehr nur bei ihren Followern an. Für Zeitschriften wie „Lust auf Genuss“ und einflussreiche Foodblogger wie den in Norwegen geborenen und in New York lebenden Paul Einlyng mit seinem Blog „sweet paul“ hat sie schon gearbeitet. Am 19. Dezember um 13.30 Uhr ist sie in Enie van der Meiklokjes’ Backshow auf sixx zu sehen.
Man merkt, dass hier die Mischung stimmt.

Zum Nachbacken

Baileys Bundt Cake

Für einen Gugelhupf (Ø 22 cm)
Für den Teig: 5 Eier, 150 g Rohrzucker, 1 TL Vanillepulver, 250 ml Cremelikör,
250 ml Öl, 400 g Dinkelmehl (Type 630), 1 Pk Weinsteinbackpulver, 1 Prise Salz
Für die Form: Butter & Semmelbrösel
Für die Glasur: 50 g weiße Schokolade, 5 g Butter
Zubereitung: Eier, Zucker und Vanille fluffig aufschlagen. Cremelikör und Öl zur Eiermasse geben. Mehl, Backpulver und Salz vermischen und unterrühren. Teig in die gefettete und ausgemehlte Form füllen. Den Gugelhupf ca. 60-70 Minuten bei 160 °C Ober-Unterhitze backen. Weiße Schokolade und Butter über einem Wasserbad schmelzen, den Gugelhupf damit glasieren und nach Belieben mit Rosen dekorieren.

Schokoküchlein mit Pistazien & Roter Bete

Für etwa 12 Stück (Muffinblech, Mulden Ø 5,5 cm)
Für den Teig: 100 g gegarte Rote Bete, 75 g dunkle Schokolade, 2 EL Espresso, 75 g Butter, 50 g Dinkelmehl (Type 630), 25 g gem. Pistazien, 1 EL Kakaopulver, ½ TL Vanillepulver, ½ TL Weinsteinbackpulver, 1 Prise Salz, 2 Eiweiß, 2 Eigelb, 50 g Rohrohrzucker

Für die Form: Butter & Mehl
Für die Glasur: 100 g Puderzucker, 2 EL Rote-Bete-Saft
Zubereitung: Rote Bete pürieren. Schokolade, Butter und Espresso über Wasserbad schmelzen. Mehl, Pistazien, Kakao, Vanille, Backpulver und Salz mischen. Eiweiß steif schlagen. Eigelb und Zucker separat aufschlagen. Schokomasse und Rote Bete untermischen. Mehlmischung unterrühren. Eiweiß unterheben. Teig in die gefetteten, ausgemehlten Formmulden verteilen. Küchlein ca. 20–25 Minuten bei 175 °C Ober-Unterhitze backen. Auskühlen lassen. Glasur anrühren und die Küchlein damit nach Belieben überziehen.

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