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Aus der Stadt Mit dem Rücken zur Wand
Hannover Aus der Stadt Mit dem Rücken zur Wand
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00:17 18.03.2015
Das Kaiser-Center am Bahnhof Fischerhof in Linden steht vor dem Aus.
Das Kaiser-Center am Bahnhof Fischerhof in Linden steht vor dem Aus. Quelle: Christian Link
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Hannover

Es quietscht und bollert im Kaiser-Center am Fischerhof. Die Mitglieder des Squash-Clubs Hannover Boasters (Englisch für Schaumschläger) bereiten sich im Montagstraining auf den nächsten Spieltag und die niedersächsischen Einzelmeisterschaften vor. Fast 20 Sportler hetzen in Einzelduellen über die zehn Courts, jagen kleinen Gummibällen hinterher und schmettern sie mit ihren Schlägern zurück gegen die Stirnwand. Zwischen den Trainingsspielen schnappen die Männer an den Tischen des Sporttreffs ein bisschen Luft und kommen ins Klönen. Vorherrschendes Thema ist in diesen Wochen die Zukunft des Kaiser-Centers und die Zukunft ihres Vereins – denn beide Schicksale sind eng miteinander verbunden.

Wie geht es im Kaiser Center weiter? Allen Mitarbeitern ist gekündigt worden.

Keine Alternative

„Es gibt in der Stadt Hannover nichts, was dieses Center ersetzen könnte“, sagt Boasters-Sportwart Thorsten Narjes. Das ist keine Übertreibung. Außer dem Kaiser-Center kennen die Clubmitglieder in der selbst erklärten „Sportstadt Hannover“ gerade noch eine weitere Squash-Halle mit zwei Feldern, die sich im Sportcenter des TB Stöcken an der Eichsfelder Straße befindet. „Wir können aber nicht mit 20 Leuten pro Abend parallel auf zwei Courts spielen“, sagt Jugendwart Younos Rezey-Moosavi. Sollte das Kaiser-Center schließen, müsste der Verein also nach Hemmingen, Isernhagen oder Langenhagen ausweichen.

Saunabrand im März 2011

Im März 2011 setzte ein Saunabrand die Squash-Courts im Kaiser-Center mehrere Monate außer Betrieb. „Das war für uns eine Katastrophe“, erinnert sich Narjes. Die Boasters suchten damals in ihrer Not verzweifelt nach Ausweichplätzen, nur um festzustellen, dass dort schon die wenigen anderen Squash-Clubs der Region Hannover alle guten Hallenzeiten belegen. „Dieser Probelauf hat gezeigt, dass alle anderen Courts schon dicht sind“, lautet das Fazit des Sportwarts.

Seit dem Brand gibt es eine neue Belüftungsanlage im Squash-Bereich, ansonsten ist dieser Teil des 30 Jahre alten Kaiser-Centers kaum verändert worden. „Insgesamt sind die Courts in einem guten Zustand“, sagt Narjes. In einem Punkt sei das Lindener Sportzentrum sogar vorbildlich: „Viele Hallen haben ein massives Heizungsproblem, hier kann man die lange Trainingshose in der Tasche lassen.“ Alle Courts hätten die optimale Squash-Temperatur von 18 Grad.

Vereinstraining der Squash-Vereine

Das Kaiser-Center ist nicht nur die Heimat der Boasters. Hannovers zweiter Squash-Club – der SC Wülfel – trainiert und spielt hier ebenso wie die Squash-Abteilung des Hochschulsports der Leibniz Universität. Außerdem werden in der Sportstätte auch die niedersächsischen Meisterschaften ausgetragen; das aktuelle Turnier ist auf den 28. März terminiert. „Was Squash angeht, ist es das größte Center Niedersachsens“, sagt Narjes.

Wenn das Kaiser-Center schließt, wäre das also ein schwerer Schlag für den gesamten Squash-Sport in der Landeshauptstadt. Für den Regionalliga-Club, immerhin die zweithöchste Spielklasse im deutschen Squash, könnte es aber das Ende sein. „Es wird für uns sehr schwer, als Verein komplett umzuziehen“, sagt Kassenwart und Regionalliga-Spieler Uwe Petry. „Das könnte für uns auch das Aus bedeuten.“ Er sieht daher ein „ganz großes Fragezeichen“ hinter der Zukunft seines Clubs.

Viele Boasters-Mitglieder hoffen noch auf ein Happy End, aber auch Narjes glaubt nicht so richtig daran. Eben auf dem Court hat er noch bis zum letzten Punkt gekämpft, auf die Zukunft des Kaiser-Centers angesprochen wirkt er aber so, als hätte er sich mit einer Niederlage bereits abgefunden. „Die Erfahrung zeigt, dass jedes Center, das umgebaut wurde, auf die Squash-Courts verzichtet hat“, sagt der Sportwart. Auch das Kaiser-Center habe im Verlauf der Jahre schon vier Spielfelder abgebaut, weil andere Nutzungen lukrativer sind.

Von Christian Link

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