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Aus der Stadt Kampfjets über dem Urlaubsort
Hannover Aus der Stadt Kampfjets über dem Urlaubsort
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07:24 19.08.2013
Von Jörn Kießler
Petra Hicheri und Sohn Karim am Flughafen Hannover. Quelle: Kießler
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Hannover

Nur eine Handvoll Menschen steht im Terminal B des Flughafens Hannover, als sich die Türen zum Ankunftsbereich aufschieben. Die Maschine NMA 7600 aus Hurghada ist um 7.51 Uhr gelandet, 19 Minuten früher als geplant. Als Petra Hicheri und ihr zehnjähriger Sohn Karim an den beiden Zollbeamten vorbei in die leere Empfangshalle gehen, sind sie müde, aber froh, wieder zu Hause zu sein. „Der Flughafen in Hurghada war proppenvoll“, sagt die 45-Jährige. „Da haben auch wir gemerkt, was in Ägypten derzeit los ist.“

Bereits am Freitag hatte die Bundesregierung davon abgeraten, in das Land am Nil zu fahren. Direkt im Anschluss sagte die TUI alle geplanten Reisen nach Ägypten ab. „Von den Unruhen in Kairo haben wir aber nichts mitbekommen“, sagt Petra Hicheri. Sie und ihr Sohn hatten den zehntägigen Urlaub in Hurghada kurzfristig gebucht. „Außer, dass man mehr Militär auf der Straße sieht, war es eigentlich ganz ruhig“, sagt die Bad Salzuflerin.

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Ganz so haben Sandra Simon und Bardiya Pourahmati ihren Erholungsurlaub nicht empfunden. Auch sie waren für eine Woche am Roten Meer. „Man hat schon gespürt, dass die Menschen dort angespannt sind“, berichtet die 21-Jährige. „Am Freitag haben wir auch gesehen, wie mehrere Kampfjets über Hurghada hinwegflogen.“ Erst danach erfuhren die beiden Hannoveraner im Fernsehen von den blutigen Unruhen in Kairo. Als sie an dem Abend mit ihrer Reisegruppe auch noch in die Innenstadt Hurghadas gingen, bekamen sie die dort herrschende Nervosität direkt zu spüren. „Wir saßen in einem Café, während die Freitagsgebete stattfanden“, erzählt Bardiya Pourahmati. „Dann knallte es plötzlich mehrmals richtig laut, und unser Reiseleiter sprang auf.“ Ihre Gruppe sei in den Bus und dann schnell wieder in die Hotelanlage gebracht worden, berichten die beiden weiter. „Wir sind absolut froh, jetzt wieder hier zu sein.“

Ähnlich sehen es auch Petra Hicheri und Karim. „Es war jetzt das dritte Mal, dass wir unseren Urlaub in Ägypten verbracht haben, und es war jedes Mal sehr schön“, sagt die 45-Jährige. Bevor sie ihre nächste Reise ans Rote Meer plant, will sie aber erst einmal abwarten, wie sich die Lage dort entwickelt. „Wenn es dann wieder sicher ist, fliege ich jederzeit gerne hin.“

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