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Aus der Stadt Kannte die 20-Jährige ihren Mörder?
Hannover Aus der Stadt Kannte die 20-Jährige ihren Mörder?
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21:11 28.11.2011
Angehörige legten am Montag Blumen und Kerzen an der Stelle nieder, an der die 20-jährige Annika B. erstochen worden war. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Auch die Beschreibung des Unbekannten ist mehr als vage. Er soll nicht älter als 30 Jahre sein, etwa eine Größe von 1,80 Meter haben und von sportlicher Statur sein. Nach Angaben von Zeugen trug er eine dunkle Steppjacke. Offiziell ermittelt die Kriminalpolizei in alle Richtungen. Tatsächlich aber mutmaßen die Beamten der vielköpfigen Mordkommission „Annika“ inzwischen, dass die Studentin den Täter gekannt hat. Aus diesem Grund konzentrieren sich die Ermittler derzeit vornehmlich auf das persönliche Umfeld des Opfers.

Annika B., die eine drei Jahre alte Tochter hinterlässt, lebte seit rund vier Jahren in dem Altbau im Stadtteil Mitte. Das Gebäude soll ihrem Stiefvater gehören, der als Pastor einer evangelischen Freikirche unter anderem in Rumänien tätig ist und der mit der Mutter der Getöteten ebenfalls in dem Haus lebt. Die 20-Jährige teilte sich ihre Wohnung mit ihrem Bruder, der zurzeit bei der Bundeswehr ist und lediglich an Wochenenden nach Hannover kommt. Die Ermordete hat noch eine Schwester, die am Dienstagvormittag in Begleitung ihres Mannes und ihres Bruders vor dem Haus erschien. Gemeinsam stellten die Angehörigen am Tatort Kerzen auf und banden weiße Rosen und Nelken um einen Laternenpfahl. Zudem platzierten sie am Fuß des Lichtmasten eine Tüte gefüllt mit selbst gebackenen Plätzchen. „Zur Erinnerung an unser letztes, gemeinsames Erlebnis vorgestern“, hatte die Schwester der Getöteten dazu geschrieben.

Annika B. galt als lebensfroh und freundlich, schwärmte für die Musik von Michael Jackson und Whitney Houston. Gerade hatte die 20-Jährige ihr Abitur nachgeholt – den Abschluss, den sie wegen der Geburt ihrer Tochter zunächst nicht machen konnte. Eine Bekannte berichtete, dass Annika B. vor Kurzem ihr Fachhochschulstudium im Bereich Umwelt- und Verfahrenstechnik aufgenommen hatte. „Sie hatte keinen Streit, weder mit ihrem Freund noch mit dem Vater ihrer Tochter, sie verstand sich mit allen gut“, sagt die Bekannte. Am Sonntagabend soll Annika B. Besuch von einer Freundin gehabt haben. Um kurz nach 19 Uhr verließ sie ihre Wohnung, um am Kiosk an der Hamburger Allee eine Schachtel „Marlboro light“ zu kaufen. Auf dem Heimweg wurde sie von ihrem Mörder attackiert. „Ich habe laute Hilfeschreie vor meinem Fenster gehört, bin sofort rausgelaufen und habe sie blutüberströmt gefunden“, erzählt ein Nachbar, der im Parterre wohnt. Der Täter soll in Richtung Celler Straße entkommen sein. Erste Vermutungen, er habe die Tatwaffe in einem Müllcontainer versteckt, bestätigten sich nicht.

Tobias Morchner

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