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Aus der Stadt Gibt’s bald wieder Maschsee-Weihnachtskarpfen?
Hannover Aus der Stadt Gibt’s bald wieder Maschsee-Weihnachtskarpfen?
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00:23 14.11.2015
Von Conrad von Meding
Sollen bald wieder gefangen werden: Die Karpfen im Maschsee. Quelle: Petrow/Archiv
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Hannover

Im Posteingang des Rathauses findet sich heute auch ein Brief des Fischereivereins Hannover (FvH). Es ist die offizielle Bewerbung, das Fischereirecht des Maschsees pachten zu dürfen. Denn nachdem der letzte Pächter Insolvenz anmelden musste, wird der See nicht mehr bewirtschaftet – Weihnachtskarpfen gibt es schon seit Jahren nicht mehr. Das soll sich 2016 ändern. Der Verein will das Gewässer vor den Feiertagen mit Netzen abfischen – und zudem 20 bis 30 Angelstellen einrichten. „So, wie es etwa am Kleefelder Annateich schon lange gut funktioniert“, wirbt Vereinschef Heinz Pyka.

Nicht nur Karpfen, sondern auch schmackhafte Zander, Aale, Barsche und Hechte leben im hannoverschen Haussee. In den vergangenen Jahren konnten sie sich ungestört vermehren: Berufsfischer Ulli Moeller hatte Insolvenz anmelden müssen, er arbeitet mittlerweile als Angestellter in einem Fischereibetrieb im Norden und kümmert sich nicht mehr um den Maschsee. Die Stadt hat das Fischereirecht für den 780 000 Quadratmeter großen See jetzt neu ausgeschrieben, die Bewerbungsfrist läuft. Schon im Sommer hatte der FvH-Vorstand in der Mitgliederversammlung angekündigt, dass der Verein sich für den See bewerben wolle. Es gehe darum, Verantwortung für den beliebten See zu übernehmen, zusätzlich könnten auch neue Angelstellen geschaffen werden, hatte Schatzmeister Hans-Werner Seifert gesagt. Der Verein wächst stark dank seiner Jugendgruppe und auch dank vieler neuer Mitglieder, die nach Hannover ziehen. Er hat inzwischen gut 4500 Mitglieder und sucht ständig zusätzliche Angelgewässer.

„Über Angelplätze am Maschsee müssen wir einzeln mit der Stadt reden“, sagt Vereinschef Pyka. Sie seien nur am Westufer entlang dem Karl-Thiele-Weg denkbar und etwas sichtgeschützt. An den Ricklinger Kiesteichen sind die Angelplätze nicht limitiert, dort stehen und sitzen die Hobbyangler zuweilen dicht an dicht – das soll am Maschsee nicht so sein. Am Kleefelder Annateich dagegen gibt es bereits feste Plätze. „Dort haben wir das Fischereirecht seit 1909 von der Stadt gepachtet – und dort gibt es keine Probleme“, sagt Pyka. Insgesamt habe der Verein derzeit rund 500 Hektar Wasserfläche gepachtet, viele Gewässer auch im Umland.

Der bisherige Maschsee-Pachtvertrag war an die Gewinne des Pächters gekoppelt – dem Vernehmen nach hat es deshalb jahrelang keine Einnahmen für die Stadt gegeben. Der FvH wolle nun eine feste Pacht pro Jahr zahlen , sagt Pyka. Und wenn der Weihnachtskarpfenverkauf wieder starte, werde man die Stadt anteilig am Gewinn beteiligen.
Dazu müssten allerdings zunächst die Details geklärt werden. „Wir würden wohl mit einem Berufsfischer zusammenarbeiten, der das Abfischen leitet, und ehrenamtliche Vereinskräfte als Helfer einsetzen“, sagt Vereinschef Pyka. Nun warte man aber zunächst ab, ob es weitere Bewerber auf die Ausschreibung gebe.

Auch am Maschteich gilt Hegepflicht

Stadt muss Hegepflicht vergeben: Für Gewässer mit Fischen gilt in Niedersachsen die sogenannte Hegepflicht: Der Eigentümer muss sicherstellen, dass sich jemand um die Tiere im Wasser kümmert. Es geht um die Regulierung der Bestände ebenso wie um die Überwachung von Krankheiten. In der Regel übernehmen bei Freizeitgewässern Sportanglervereine diese Funktion. Sie bilden ihre Mitglieder und Gewässerwarte aus, übernehmen die Bestandskontrolle und können über ihre Verbände auf Fischereibiologen zurückgreifen. Im Gegenzug dürfen ihre Mitglieder an den Gewässern angeln. Sie müssen zuvor Kurse belegen und eine Fachkundeprüfung absolvieren.
Zum Pachtvertrag des Maschsees gehört grundsätzlich auch der kleinere Maschteich hinterm Rathaus. Der Pächter muss die Verantwortung auch für dieses Gewässer übernehmen. Dort soll es aber keine Angelstellen geben.med