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Aus der Stadt 176 Euro für zwei Karten zum Kleinen Fest
Hannover Aus der Stadt 176 Euro für zwei Karten zum Kleinen Fest
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00:15 24.07.2013
Begehrt: Karten für das Kleine Fest. Quelle: von Ditfurth
Hannover

Die Spielzeit des Kleines Fests im Großen Garten bei schönstem Sommerwetter neigt sich dem Ende zu - und prompt steigen bei Internetauktionen die Preise für Eintrittskarten um ein Vielfaches. HAZ-Leser Michael Creite hat jetzt für zwei Karten 175 Euro geboten - und den Zuschlag trotzdem nicht erhalten, weil jemand anderes 176 bot. „Es ist unerträglich und wird immer schlimmer“, bestätigt Festorganisator Harald Böhlmann. „Wir wissen, dass Händler mithilfe von Strohleuten Kartenkontingente erschleichen und teuer weiterverkaufen - aber wir kommen juristisch nicht an sie heran.“

Seit fast 30 Jahren erlebt Hannover in jedem Sommer ein internationales Kleinkunstfestival im Barockgarten. Dutzende Künstlergruppen präsentieren an inzwischen 16 Aufführungstagen ihre Darbietungen. Die Karten sind heiß begehrt: Während inzwischen über 52 000 Karten verkauft werden (3300 pro Abend), ist die Nachfrage mit 207 000 Bestellungen fast viermal so hoch wie das Angebot. Das treibt die Preise auf dem Wiederverkaufsmarkt hoch. Offiziell darf jeder Interessent beim Veranstalter maximal sechs Karten zum Preis von je 28 Euro bestellen, ein Zufallsgenerator teilt die Kontingente zu. Die Wahrscheinlichkeit, dass man Karten erhält, liegt bei rund 25 Prozent - aber mithilfe von Strohmännern oder -frauen kann man ziemlich zuverlässig dafür sorgen, Karten zu bekommen, wenn man nur genug ordert.

„Wer bei uns Karten bestellt, der unterschreibt, dass er damit keinen Handel treiben darf“, betont Böhlmann. Natürlich spreche nichts dagegen, eine Karte zum Selbstkostenpreis weiterzugeben, wenn zum Beispiel eine Begleitung erkrankt sei: „Aber das gezielte Bestellen zum Weiterverkaufen grenzt an kommerzielles Handeln, wir versuchen, das zu verfolgen.“ Nach Böhlmanns Angaben wurde bereits versucht, an die Namen der Ebay-Verkäufer zu kommen - doch das Unternehmen schütze seine Klientel. In einem besonders dreisten Fall von Mehrfachverkäufen hoffe man nun aber, den Namen herauszubekommen.

Das Ehepaar Creite ärgert sich über die dreisten Weiterverkäufer besonders deshalb, weil deren Vielfachbestellungen dazu führen, dass ehrliche Kartenbesteller noch weniger Chancen haben. Böhlmann sieht zusätzlich auch eine „Frechheit gegenüber Veranstalter und Künstlern“.

Immerhin arbeite das Kleine Fest, das inzwischen Ableger in anderen Städten hat, ohne Gewinn und ermögliche so auskömmliche Gagen für die Künstler. „Wer gezielt Karten bestellt, um sich daran zu bereichern, der schöpft Geld ab, das eigentlich anderen zusteht.“ Auch für die nächsten Vorstellungen sind wieder Karten im dreistelligen Euro-Bereich im Angebot bei Ebay.

Gibt es Lösungen für das Problem? Mit personalisierten Karten zu arbeiten, wie es etwa beim Robbie-Williams-Konzert im Stadion am Monatsende der Fall ist, komme aus organisatorischen Gründen nicht infrage. Ebenso undenkbar sei es, nur mit der Abendkasse zu arbeiten. „Das würde zwar den Weiterverkäufern das Handwerk legen, aber für uns das Risiko untragbar machen“, sagt Böhlmann. Man habe schlicht noch kein besseres System gefunden als das bestehende. „Wir können nur hoffen, dass möglichst viele Freunde des Kleinen Fests ehrlich sind, damit alle eine gleich große Chance auf Karten erhalten.“ Immerhin: Wer im Vorverkauf keine Karten erhalten hat und nicht den teuren Weg über Ebay gehen will, kann sich in Herrenhausen auf gut Glück an der Abendkasse anstellen. Für Kurzentschlossene werden dort jeweils 200 Karten vorgehalten - zum regulären Preis.

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