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Aus der Stadt Kein Ende der Austrittswelle in Sicht
Hannover Aus der Stadt Kein Ende der Austrittswelle in Sicht
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09:15 09.01.2017
Von Mathias Klein
Quelle: dpa/Symbolbild
Hannover

2536 von ihnen haben die evangelisch-lutherische Kirche verlassen, 675 die katholische Kirche, berichtet Stadtsprecher Udo Möller.

Im vergangenen Jahr war die Zahl der Kirchenaustritte noch etwas höher: Das Standesamt der Landeshauptstadt registrierte 3276 Kirchenaustritte. Rund 2500 von ihnen waren evangelisch-lutherisch, etwa 770 katholisch. Im Jahr 2014 hatte die Zahl der Austritte eine Rekordzahl erreicht. Damals kehrten in Hannover 3931 Menschen den Kirchen den Rücken. Die Austrittswelle 2014 hing mit der damals verschickten Ankündigung der Banken zusammen, die Kirchensteuer auf Kapitalerträge künftig direkt abzuführen. Zwar hatte sich die Höhe der Kirchensteuer dadurch nicht erhöht, es ging lediglich um eine Änderung des Einzugsverfahrens. Dennoch hatten offenbar vor allem ältere Kirchenmitglieder um ihre Ersparnisse gebangt.

Es handele sich um einen gesellschaftlichen Trend, kommentiert Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann die aktuellen Austrittszahlen. „An der Würde und der Schönheit der christlichen Botschaft ändert das soziologische Phänomen der Kirchenaustritte jedoch nichts“, betont er. „Wir finden, dass wir engagiert und den Menschen zugewandt unsere Arbeit machen“, sagt Heinemann. Offenbar empfänden viele das jedoch nicht als hinreichend.

Eine 2014 in Gang gesetzte Kampagne, gegen die Austrittswelle anzugehen, hat offenbar nicht gefruchtet. Die evangelische Kirche wollte beispielsweise die Eltern nach der Geburt von Kindern wesentlich stärker als zuvor zur Taufe ermuntern. Derzeit hat der Stadtkirchenverband, zu dem auch Seelze und Garbsen gehören, noch rund 190 000 Mitglieder.

Aus der Sicht von Propst Martin Tenge von der katholischen Kirche empfinden viele Menschen die Kirche nicht mehr als plausibel. „Es fehlt mehr und mehr die innere Bindung“, sagt Tenge. Der Kirche gelinge es nicht, die Botschaft von Jesus Christus herüberzubringen.

Tenge sieht keine Möglichkeit, die Austrittswelle zu stoppen. „Das ist ein Lebensgefühl, und das kann ich nicht mit Maßnahmen abstellen“, betont er.

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