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Aus der Stadt Kein Geld nach Sturz auf Kohlrabiblatt
Hannover Aus der Stadt Kein Geld nach Sturz auf Kohlrabiblatt
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18:04 16.11.2015
Von Michael Zgoll
Quelle: dpa (Symbolbild)
Hannover

Dumm gelaufen, im doppelten Sinne: Eine Seniorin ist vor Gericht mit ihrem Anliegen gescheitert, für einen schmerzhaften Sturz in einem Supermarkt Schadensersatz zu bekommen. Die Rentnerin war in einem Südstädter Laden an der Hildesheimer Straße auf einer „grünlichen Verunreinigung“ - wie sie es selbst nannte - ausgerutscht. Ihren Anspruch auf Schmerzensgeld und Entschädigung bezifferte die Klägerin auf 1800 Euro. Doch Amtsrichterin Dagmar Frost konnte keine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht vonseiten des Supermarktbetreibers erkennen. Sie sah es als erwiesen an, dass der Filialleiter den Boden vor dem Obst- und Gemüsestand zehn bis 15 Minuten vor dem Unfall kontrolliert und zu diesem Zeitpunkt nichts Auffälliges bemerkt hatte.

Der Unfall ereignete sich im Juni 2014, die damals 73-jährige Rentnerin kam an einem Donnerstagnachmittag zu Fall. Sie stürzte auf Kopf und Knie, litt mehrere Wochen unter den Folgen von Schädel- und Knieprellung, Sehstörungen sowie Abschürfungen. Auch zerbrach die Brille der Kundin, zudem wurde ihre beigefarbene Hose nachhaltig von zwei grünen Flecken verunstaltet. Der Filialleiter des Supermarkts - 2014 noch als Stellvertreter tätig - bekundete bei einem ersten Gerichtstermin, er habe nach dem Unfall der Seniorin ein handtellergroßes Kohlrabiblatt aufgehoben: „Von Möhren und Kohlrabi rupfen die Kunden gern das Grünzeug ab.“ Im Laufe seines Arbeitstages, so hatte der junge Mann erklärt, absolviere er ständig Kontrollgänge durch den Supermarkt, dabei komme er etwa alle 30 Minuten am Gemüsestand vorbei.

Dagmar Frost führte aus, dass es die Verkehrssicherheitspflicht im Grundsatz erfordere, „alles Mögliche und Zumutbare“ zu unternehmen, um Gefahren von in öffentlichen Räumen befindlichen Personen abzuwenden. Die Richterin sagte aber auch, dass es niemals völlige Sicherheit geben könne. Insofern existiere auch eine Eigenverantwortlichkeit des Einzelnen, Gefahren abzuwenden; niemand dürfe sich blind auf Sicherungsmaßnahmen verlassen, die andere vorzunehmen hätten.

Und was bedeutet das im konkreten Fall der gestürzten Seniorin? Da in den Zeiten zwischen einzelnen Überprüfungen und Reinigungsmaßnahmen nie auszuschließen sei, so Frost, dass in der Gemüseabteilung eines Geschäfts ein Gemüseblatt herunterfalle, müssten Kunden auch selbst ein Auge auf die Beschaffenheit des Bodens werfen.

Die Rentnerin wird nun sicherlich bedauern, dass der Supermarkt beim ersten Gerichtstermin von einem Juristen vertreten wurde, der keine Prokura für Entscheidungen oder Zugeständnisse jedweder Art hatte. Denn Anfang November hatte Frost noch einen Vergleich angeregt, aufgrund dessen die Klägerin wenigstens 400 bis 450 Euro bekommen hätte. Nun aber bleibt der gefallenen Kundin nur noch der Gang in die Berufung - und auch der ist nie ohne Risiken.

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