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Aus der Stadt Kein Mittel gegen die Krähen in der List
Hannover Aus der Stadt Kein Mittel gegen die Krähen in der List
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11:44 28.05.2013
Von Felix Harbart
Foto: Warnung vor der Krähe: Die Feuerwehr hat in der Jakobistraße Schilder aufgestellt.
Warnung vor der Krähe: Die Feuerwehr hat in der Jakobistraße Schilder aufgestellt. Quelle: Insa Cathérine Hagemann
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Hannover

Schneidermeister Jörg Krautheim hat einen guten Blick auf die Jakobistraße, und eine Menge Kundenverkehr hat er auch. Weil das so ist, ist Krautheim in diesen Tagen so eine Art Kronzeuge für die Krähenplage im hannoverschen Stadtteil List. „Gerade vormittags werden die Leute hier teils im Minutentakt angegriffen“, sagt Krautheim und schaut in die Baumkronen vor seinem Geschäft. „Mancher traut sich hier kaum noch auf die Straße.“

Seit vergangener Woche sorgen die aggressiven Vögel für Gesprächsstoff im Viertel. Immer wieder attackieren die Vögel Passanten und Radfahrer. Eine Frau stürzte vom Rad und verletzte sich leicht, eine 29-Jährige erlitt eine Platzwunde am Kopf. „Einige Male hat es Kinder erwischt, als sie auf dem Weg zur Schule waren“, sagt Blumenhändler Hartmuth Taube.

Sowohl die Taubes als auch Schneider Krautheim riefen in der vergangenen Woche die Polizei, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Die Beamten kamen, vertrieben die Vögel mit einem Besen, konnten ansonsten aber nicht viel ausrichten. „Solange Brut- und Setzzeit ist, können auch keine Fallen aufgestellt werden“, sagt eine Polizeisprecherin. Zuletzt stellte die Feuerwehr Warnschilder auf. Vonseiten der Stadt heißt es, man habe „keine Berührung mit dem Thema gehabt“. Es scheint also, als müssten die Lister weiterhin mit gelegentlichen Attacken leben.

Die könnten, glaubt man Norbert Kummerfeld von der Tierärztlichen Hochschule, noch gut zwei Wochen anhalten. In dieser Zeit erlangten die frisch geschlüpften Tiere ihre Selbstständigkeit, sagt der Veterinär – und so lange würden die Elterntiere versuchen, ihren Nachwuchs zu schützen.

Hartmuth Taube findet, dass in der Zwischenzeit ruhig etwas passieren könnte. „Die Stadt ist ja so etwas wie eine große Voliere“, sagt er, „und deshalb sollte die Verwaltung auch etwas dagegen unternehmen, wenn die Straße voller Vögel ist.“

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