Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Kein Planungsstopp für Diesel-Fahrverbot
Hannover Aus der Stadt Kein Planungsstopp für Diesel-Fahrverbot
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:46 09.06.2018
Droht hier eine Straßensperre für ältere Diesel? Die Marienstraße gilt als stark von Schadstoffen belastet. Quelle: Philipp von Ditfurth
Anzeige
Hannover

Die Stadtspitze lässt derzeit prüfen, ob auf der zwei Straßen Fahrverbote für Diesel bis Euro 5 und Benziner bis Euro 2 eingerichtet werden sollten, auch wenn sich die Stadtspitze im Grundsatz deutlich gegen weitere Fahrverbote ausgesprochen hat. Ein Antrag der AfD-Fraktion, sämtliche Fahrverbotsplanungen sofort zu stoppen, fand im Bauausschuss des Rates aber keine Zustimmung.

AfD-Ratsherr Sören Hauptstein argumentierte, die Nutzung von Autos zu verbieten sei „nichts anderes als das massive Einschränken der Freiheit des Menschen“. Überdies sei die Sperrung einzelner Straßen sinnlos, wie das Hamburger Beispiel zeige, weil sich die Wege der Autofahrer im Zweifel nur verlagerten. SPD-Politiker Lars Kelich und der FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke entgegneten, nach dem Leipziger Urteil zur Luftreinhaltung sei es die Pflicht der hannoverschen Umweltdezernentin, zumindest prüfen zu lassen, ob von einem lokal begrenzten Fahrverbot irgendwelche Verbesserungen zu erwarten seien. Allerdings hielten beide lokale Fahrverbote wie in Hamburg für unsinnig.

Anzeige

Grünen-Fraktionsvize Daniel Gardemin wandte ein, dass auch begrenzte Fahrverbote Autofahrer durchaus zur Verhaltensänderung bringen könnten. Der AfD gehe es „scheinbar mehr um den Schutz der Automobilindustrie als der Anwohner“. Oliver Förste (Die Fraktion) sprach sich für Fahrverbote aus, „nicht nur in diesen beiden Straßen“. Andere Städte wie Stockholm oder Madrid machten vor, wie man die Verkehrspolitik nachhaltig umstellen könne. Der Antrag der AfD wurde mit zehn von elf Stimmen abgelehnt.

Von Conrad von Meding

Anzeige