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Aus der Stadt Kein Problem mit Kopftuch bei Beamtinnen
Hannover Aus der Stadt Kein Problem mit Kopftuch bei Beamtinnen
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07:52 12.09.2013
Von Andreas Schinkel
Ein alltägliches Bild - jedoch nicht in allen Lebensbereichen. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Linken-Kandidatin Maren Kaminski vertrat eine skeptische Haltung. „Wir müssen auch über die Symbolik des Kopftuchs debattieren“, sagte sie. Stefan Schostok (SPD) vermittelte: „Es ist eine Frage der Haltung, wie religiösen Symbole getragen werden.“

Rund 80 Zuschauer drängten sich im Saal des Kulturtreffs Hainholz, um die Ausführungen der vier Politiker zum Thema Integration unter die Lupe zu nehmen. Moderiert wurde die Diskussion von HAZ-Redakteurin Marina Kormbaki. Eingeladen hatte das Migrantennetzwerk MISO.

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Einig waren sich die vier Bewerber um den Chefposten im Rathaus in den grundsätzlichen Fragen zur Integrationspolitik. Nicht-EU-Bürger sollten an Kommunalwahlen teilnehmen dürfen. „Es kann doch nicht sein, dass ein Türke viele Jahre in Hannover lebt, Steuern zahlt, aber nicht zur Wahl gehen darf“, sagte Waldraff. Auch die doppelte Staatsbürgerschaft sei notwendig, um Migranten besser zu integrieren. Nicht wenigen unter den Zuschauern stand nach dem Beitrag des CDU-Mannes die Überraschung ins Gesicht geschrieben. „Ich weiß, dass ich in diesen Punkten nicht mit der Bundes-CDU konform gehe“, erklärte Waldraff.

Doch wie können mehr Migranten am gesellschaftlichen Leben der Stadt teilhaben, wollte HAZ-Moderatorin Kormbaki wissen. Wichtig sei es, da waren sich die Politiker einig, dass noch mehr Einwanderer höher qualifizierte Jobs bekommen, auch bei der Stadtverwaltung. „Wir brauchen in der Verwaltung eine Quotenregelung bei den Auszubildenden“, sagte Grünen-Kandidat Schlieckau. Von einer Quote hielt Schostok wenig, denn sie sei nicht sanktionierbar. Tatsächlich bleibe viel Potenzial ungenutzt, meinte Kaminski, die Kandidatin der Linken, und sprach aus eigener Erfahrung. „Ich suche derzeit selbst Arbeit und traf bei der Arbeitsagentur auf einen promovierten Marokkaner mit exzellenten Sprachkenntnissen, ebenfalls auf Jobsuche“, erzählte Kaminski. Den viel zitierten Fachkräftemangel gebe es gar nicht, die Unternehmen müssten nur genauer hinschauen. Schostok plädierte dafür, Hannovers Ausländerbehörde zu verändern. „Wir brauchen eine Anlaufstelle, in der zugleich Wirtschaftsberater tätig sind“, schlug er vor.

Am Ende verlangten die Zuhörer Antworten auf lebenspraktische Fragen. „Könnten Sie sich vorstellen, die Bademöglichkeiten für muslimische Frauen ausweiten?“, wollte eine junge Frau wissen. Im Vahrenwalder Bad gebe es an einem Nachmittag ein solches Angebot, aber da drängten sich dann ähnlich viele Menschen wie beim Umrunden der Kaaba in Mekka. „Wir kommen nicht umhin, auch in anderen städtischen Bädern Zeiten für muslimische Frauen anzubieten“, sagte Waldraff.

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