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Aus der Stadt Kein Treffer bei Massengentest im Fall Monika P.
Hannover Aus der Stadt Kein Treffer bei Massengentest im Fall Monika P.
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22:29 19.05.2010
Von Tobias Morchner
Die Polizei hatte 1105 Männer aus Linden dazu aufgefordert, sich an dem freiwilligen Test zu beteiligen.
Die Polizei hatte 1105 Männer aus Linden dazu aufgefordert, sich an dem freiwilligen Test zu beteiligen. Quelle: Rainer Dröse
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Die Beamten hatten gehofft, durch den ersten Massenspeicheltest in der Geschichte Hannovers auf die Spur des Täters zu gelangen. Sie forderten 1105 Männer aus Linden dazu auf, sich an dem freiwilligen Test zu beteiligen. Spezielle Hunde, sogenannte Mantrailer, hatten mehrmals eine Spur aufgenommen, die vom Fundort der Leiche unter der Legionsbrücke an verschiedene Orte des Stadtteils führte. Jetzt bleibt der Mordkommission Rose – benannt nach einem auffälligen Tattoo der Toten – nichts anderes übrig, als die Männer, die nicht zum Speicheltest erschienen sind, aufzusuchen und intensiv zu befragen. Außerdem gehen die Beamten Hinweisen nach, die noch fünf Monate nach dem Auffinden der Leiche vereinzelt bei der Kripo eingehen.

Spaziergänger hatten die blauen Müllsäcke am 4. Januar am Ufer der Ihme entdeckt. Bei der Untersuchung des Fundes stellte sich heraus, dass darin die zerstückelte Leiche der 24-Jährigen verpackt war. Nach wie vor fehlen Kopf und Arme. Zudem ist immer noch völlig unklar, wo die Frau ermordet wurde. Die Polizei vermutet, dass Monika P. in der Nacht zum 2. Januar getötet worden ist. Zuletzt war sie am Neujahrsmorgen in einer Stadtbahn der Linie 10 gesehen worden. Dann verliert sich die Spur. Monika P.s Mörder muss die Müllsäcke mit einem Bollerwagen, Fahrradanhänger, Schlitten oder ähnlichen Transportmittel zu der Brücke gebracht haben. Für Hinweise, die zur Verurteilung des Täters führen, hat die Polizei eine Belohnung von 3000 Euro ausgesetzt.

Die Parallelen zwischen dem Mordfall Monika P. und einem anderen spektakulären Verbrechen, das bis heute nicht aufgeklärt ist, werden immer deutlicher: 1996 wurde die 18-jährige Gymnasiastin Yasmin Stieler aus Uelzen getötet und zerstückelt. Neun Tage nach ihrem Verschwinden entdeckten Spaziergänger den Torso an der Bahnstrecke zwischen Braunschweig und Hannover. Die Beine des Mädchens wurden einige Tage später in einem Teich gefunden. Erst im Mai des darauffolgenden Jahres fand die Polizei den Kopf der Toten. Bis zum heutigen Tag fehlen die Hände der Schülerin. Zwölf Jahre später nahm die Kripo den damals 41-jährigen Heiko K. aus Vechelde fest. Die Indizien reichten jedoch nicht für eine Verurteilung.

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Der Fall Monika P. bleibt vorerst ungeklärt. Die Beamten der Mordkommission "Rose“ haben im Fall der ermordeten Prostituierten insgesamt 718 DNA-Proben von Männern aus dem Stadtteil Linden untersucht und bislang keinen Ermittlungserfolg erzielt.

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Der erste Massengentest in der Geschichte der Stadt Hannover ist am Dienstag nach drei Tagen zu Ende gegangen. 595 Männer im Alter zwischen 18 und 65 Jahren haben sich an der freiwilligen Aktion beteiligt. Der Test lief bis in die Abendstunden und war erst um 21 Uhr beendet.

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Am ersten Massengentest in der Geschichte der Stadt Hannover haben weitaus weniger Männer teilgenommen als von der Polizei erwartet. Bislang ließen sich nur 469 von den insgesamt 1105 Männer eine Speichelproben entnehmen. 

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