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Aus der Stadt Gutachten zum Landtag schlägt Sanierung vor
Hannover Aus der Stadt Gutachten zum Landtag schlägt Sanierung vor
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00:19 19.02.2015
Von Heiko Randermann
Nackter Beton: Der Landtag, aktuell ohne die Fassadenplatten.Foto: Schaarschmidt Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Eine Sonderbehandlung gibt es nicht für die Denkmalschutz-Objekte: Ohne Dach und Schutz, fein säuberlich aufgestapelt liegen die Fassadenplatten des Landtags auf dem Hof der Firma „Naturstein Krause“ in Seelze. Heller Granit auf Paletten, daneben die markanten Fassadenfiguren von der Leinstraßen-Seite des Landtags sowie große Säcke mit Pflastersteinen - der Belag des Platzes der Göttinger Sieben.

Wenn alles nach Plan läuft, sollen alle diese Bauteile in zwei Jahren gemeinsam zum Landtag zurückkehren und an ihren alten Platz gebracht werden. Insbesondere den Fassadenplatten kommt dabei große Bedeutung zu. Da das 1962 von Dieter Oesterlen errichtete Gebäude innen komplett umgebaut wird, sind die Fassadenplatten und die Form des Gebäudes die letzten Elemente, die im Sinne des Denkmalschutzes bewahrt werden sollen.

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Der Denkmalschutz hält sie für unersetzlich: Die Platten für die Außenfassade des niedersächsischen Landtagbaus. Derzeit sind sie in fachkundiger Betreuung und lagern bei Naturstein Krause in Seelze.

Den Platten geht es dabei ähnlich wie derzeit den Betonmauern: Sie haben mit Schäden zu kämpfen. Ecken sind abgebröselt, einige Platten sind gar in der Mitte durchgebrochen. Das sei nichts Ungewöhnliches, sagt ein Sprecher des Finanzministeriums, zu dem das Staatliche Baumanagement gehört: Durch Witterungseinflüsse würde das Gestein brüchig, einige Platten werde man daher nicht wieder an die Fassade hängen können. „Nach derzeitigem Kenntnisstand sind 90 Prozent der Platten wieder zu verwenden.“ Letztlich könne man das aber erst beurteilen, wenn sie wieder aufgehängt werden sollen.

Entscheidung frühestens im Sommer 2017

Eine Entscheidung, die also frühestens im Sommer 2017 fallen wird. Anders bei den Betonaußenmauern: Das Staatliche Baumanagement soll bereits Freitag in der Baukommission des Landtags eine präzise Prognose abgeben, wie aufwendig und teuer eine Sanierung der Stahlbetonwände wird. Laut dem vom Staatlichen Baumanagement in Auftrag gegebenen Gutachten, welches die Diskussion auslöste, gibt es neben Rost noch ein weiteres Problem: Die Kelleraußenmauern sind mit einem schwarzen Anstrich abgedichtet, welcher stark mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belastet ist.

Eine exemplarisch durchgeführte Analyse habe mit 68.000 Milligramm pro Kilogramm Material einen sehr hohen Wert des potenziell Krebs erregenden Stoffes nachgewiesen, heißt es in dem Gutachten, das der HAZ vorliegt. Um zu entscheiden, ob die Schicht abgetragen werden muss oder nicht, müssten aber weitere Analysen gemacht werden. „Wir haben hier keinen akuten Handlungsbedarf, es stellt keine Belastung oder Gefährdung dar“, betont der Sprecher des Finanzministeriums.

Zentral ist derzeit aber die Frage, ob die von Rost befallenen Außenmauern des Plenarsaals saniert werden können oder abgerissen werden müssen. Die Prognose des Staatlichen Baumanagements soll helfen, darüber Klarheit zu gewinnen.

Gutachten schlägt nur Sanierung vor

In dem ersten Gutachten ist allerdings der Abriss kein Thema. Auf den 27 Seiten weisen die Autoren nach, dass die Mauern an vielen Stellen mit Rostschäden befallen sind und dass man an weiteren Orten damit rechnen muss. Doch zur Behebung schlagen die Autoren ausschließlich Sanierungsmaßnahmen vor. Und sie benennen auch die möglichen Kosten: Die Reparatur der Schäden würde inklusive zehnprozentigem Sicherheitspuffer 780.000 Euro kosten. Zuzüglich Mehrwertsteuer würde sich die Rechnung dann auf 928.000 Euro belaufen. Insgesamt sind für den Umbau des Plenarsaals 52,8 Millionen Euro eingeplant.

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