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Aus der Stadt Keine Autos mehr vor dem Schuleingang
Hannover Aus der Stadt Keine Autos mehr vor dem Schuleingang
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06:00 08.08.2017
„Das Problem hat überhand genommen“: Zu Schulbeginn ist die Liepmannstraße stets verstopft. Quelle: Villegas
Hannover

Stadt und Polizei gehen gemeinsam gegen sogenannte Elterntaxis vor. Das entsprechende Pilotprojekt an der Albert-Schweitzer-Schule in Limmer wird ab sofort in die Tat umgesetzt. Bereits am Montagmorgen informierte ein Polizist die Eltern darüber, dass sie künftig nicht mehr bis vor die Eingangstür fahren dürfen. „Das Problem hat überhand genommen“, sagt Stadtsprecher Udo Möller. Die enge Liepmannstraße vor der Schule ist oft verstopft, der Autoverkehr stellt eine Gefahr für die Kinder dar.

Zumindest kein Widerspruch

Polizeikommissar Frank Häseler stoppte am Montag jedes Fahrzeug auf dem Weg zur Schule, das ein Kind an Bord hatte. „Zunächst appelliere ich an die Vernunft der Eltern“, sagt der Polizist. Und die Resonanz? „Sagen wir so: Es gibt zumindest keinen Widerspruch“, sagt Häseler mit einem Grinsen. In knapp zwei Wochen sollen die Sperren und Parkverbotsschilder installiert sein.

Ab dem 23. August wird die Liepmannstraße ab der Ecke Friedhofstraße von 7.30 bis 8.30 Uhr gesperrt. „Wir wollen den Eltern aber noch eine Übergangszeit gewähren“, sagt Polizeisprecher Sören Zimbal. Bestraft werden Falschparken und das Umkurven der Sperren von Stadt sowie Ordnungsamt erst ab dem 4. September.

Die Eltern der Albert-Schweitzer-Schule wurden bereits im Vorfeld von der neuen Regelung informiert, sie trifft aber auf ein geteiltes Echo. „Ich finde das nicht okay“, sagt der zweifache Vater Khelil Ismael aus Limmer. Er bringt seinen siebenjährigen Sohn Mand morgens zur Schule, der Zweite müsse nach Misburg. „Das wird künftig alles viel zu eng und kompliziert hier“, sagt Ismael.

Sylvia Meyer hingegen geht mit ihrem Sohn Johannes zu Fuß zur Schule und findet die neue Regelung klasse. „Es ist nicht schön, wenn hier alles zugeparkt ist.“ Anna Sowizral hat ihre Tochter Sumyya am Montag ausnahmsweise mit dem Wagen zur Vorschule gebracht - aus Zeitmangel. „Ab jetzt machen wir das Ganze mit dem Fahrrad“, sagt die 42-Jährige. „Das Chaos tue ich mir nicht an.“

Testende nicht festgelegt

Das Pilotprojekt soll dazu beitragen, die im Bundesvergleich hohen Unfallzahlen von Kindern zu reduzieren. Die Albert-Schweitzer-Schule wurde für den Versuch ausgesucht, weil sie zu den Schulen mit den meisten Elterntaxis gehört. „Gegebenenfalls wird das Konzept ausgeweitet“, sagt Stadtsprecher Möller. Wie lange der Versuch dauern wird, ist offen. „Das ist nicht eindeutig festgelegt“, sagt Möller weiter. Erst solle der Versuch zeigen, ob es irgendwo Probleme oder Schlupflöcher gebe.

Siebenjährige von Mercedes angefahren

Ein siebenjähriges Mädchen hat sich am Montagmittag bei einem Unfall ein Bein gebrochen. Das Kind sei am Osterfelddamm (Groß-Buchholz) an einer Fußgängerüberquerung auf die Straße gelaufen, „ohne auf den fließenden Verkehr zu achten“, sagt Polizeisprecher André Puiu. Ein 88-jähriger Mercedesfahrer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und erfasste die Siebenjährige. Sie kam in ein Krankenhaus. In Hannover sind im vergangenen Jahr insgesamt 187 Kinder bei Unfällen verletzt worden, das ist ein leichter Rückgang im Vergleich zu 2015 (189 verletzte Kinder). Am häufigsten kamen Kinder zu Schaden, wenn sie mit an Bord eines Autos saßen. 69 Fälle registrierte die Polizei im Jahr 2016. Direkt dahinter folgen mit 63 Unfällen die Kinder, die zu Fuß unterwegs waren. Beide Zahlen sind im Vergleich zu 2015 gestiegen. Einzig bei radelnden Kindern sanken die Unfälle von 68 auf 55.pah

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