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Aus der Stadt Keine Cebit-Party mehr im HCC
Hannover Aus der Stadt Keine Cebit-Party mehr im HCC
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17:12 24.09.2015
Von Andreas Schinkel
Das war’s im HCC: Bundeskanzlerin Angela Merkel beim diesjährigen Cebit-Start.
Das war’s im HCC: Bundeskanzlerin Angela Merkel beim diesjährigen Cebit-Start. Quelle: Ole Spata
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Hannover

„Wir wollen eine Messeeröffnung mit mehr Netzwerkcharakter“, sagt Messesprecher Wolfgang Kossert. Für das Hannover Congress Centrum (HCC) bedeutet der Verzicht auf den Messestart mit Tausenden von Gästen einen herben Einnahmeverlust. „Damit fehlen uns 10 bis 20 Prozent des Umsatzes“, sagt HCC-Direktor Joachim König. Jetzt müsse man sich etwas Neues einfallen lassen, um die Lücke zu schließen. Bisher wurde der traditionelle Cebit-Festakt am Sonntag vor der Messeeröffnung zelebriert. Höchste politische Würdenträger, etwa Bundeskanzlerin Angela Merkel, sowie Prominenz aus Wirtschaft und Gesellschaft gaben sich im Kuppelsaal ein Stelldichein. Der Messeauftakt wurde zum Teil wie eine Show inszeniert.

Damit soll es jetzt vorbei sein. „Wir haben ein klares Votum unserer Aussteller“, sagt Messesprecher Kossert. Die Akteure wollen mehr unter sich sein und in zwangloser Atmosphäre Kontakte knüpfen. „Zudem haben im kommenden Jahr vor der Cebit-Eröffnung nur wenige Politiker Zeit, nach Hannover zu reisen“, meint Kossert. Drei Landtage werden am 13. März 2016, dem Sonntag vor dem Messestart gewählt, in Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg. Namhafte Bundespolitiker halten sich den Termin frei, um dann in den „Elefantenrunden“ im Fernsehen die Wahlergebnisse zu analysieren. Das heiße aber nicht, sagt Kossert, dass die Verlegung der Feier auf das Messegelände ein einmaliger Akt sei. „Der Auftakt findet künftig immer bei uns statt, und zwar am Eröffnungstag“, sagt Kossert. Lediglich das Fest zur Hannover Messe wolle man noch im Kuppelsaal zelebrieren.

HCC-Chef König gibt sich gelassen. „Wenn die Messe eine eigene Kongresshalle baut, liegt es auf der Hand, dass dort auch Veranstaltungen stattfinden“, sagt er. Damit spielt er auf den Neubau der Messehallen 19/20 an, deren Räume je nach Bedarf separiert und erweitert werden können. „Das ist praktisch ein Congresszentrum“, sagt König. Ratspolitiker hatten kritisiert, dass sich die beiden Unternehmen in öffentlicher Trägerschaft Konkurrenz machen.

Messe AG, HCC und MHH haben sich unlängst zusammengetan, um gemeinsam Kongresse im Bereich Gesundheitswirtschaft auszurichten. „Das geht voran“, sagt König. Dennoch komme es darauf an, „einen größeren Kuchen zu backen“ und mehr Veranstaltungen nach Hannover zu holen.

Bernd Haase 24.09.2015
24.09.2015