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Aus der Stadt Keine Probleme mit der CeBIT-Bahn
Hannover Aus der Stadt Keine Probleme mit der CeBIT-Bahn
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20:41 03.03.2010
Viele Messegäste sind das erste Mal in Hannover und in Deutschland. Für einen Blick aus dem Fenster in die Stadt fehlt ihnen oft die Zeit. Manche Gäste wollen das ändern. Quelle: Herzog

Staus auf den Straßen, genervte Fahrgäste in überfüllten Stadtbahnen und das Üstra-Lenksystem am Hauptbahnhof hat einen Kurzschluss. Alle Signale für die Bahnen werden auf Stopp gestellt. Verspätungen von bis zu 20 Minuten sind die Folge. IT-Experten verpassen Verabredungen, Geschäfte werden vertagt, die Stimmung ist bescheiden. Ausgerechnet die Computermesse CeBIT startet mit einem technischen Fehler.

Das Horrorszenario für Verkehrsplaner ist zehn Jahre her. Damals war allein die Fahrt zur CeBIT ein Abenteuer für sich. Heute wirkt eine Fahrt zum Messegelände wie eine entspannte Studienfahrt für Informatikstudenten. „No Problem“, wie ein Fahrgast immer wieder wie ein Mantra in sein Handy wiederholt.

Es ist 8.30 Uhr in der Üstra-Linie 8. Der „No Problem“-Mann hat einen Sitzplatz, einen ausgeschlafenen Gesichtsausdruck und Handyempfang. Verkehrschaos? Nicht an diesem Morgen. Kein Problem. Es wird gegähnt statt gedrängelt. Gequatscht statt gequetscht. Die Bahn ist voller Messegäste in akkurat sitzenden Anzügen. Viele telefonieren in ihren Muttersprachen, bei manchem Klingelton greifen gleichzeitig mehrere Menschen in ihre Sakkotaschen, im Fahrgastfernsehen grüßt die Deutsche Messe AG mit „Vi auguriamo una giornata di ottimi affari al CeBIT 2010“. Der Gruß, einen Tag mit ausgezeichneten Geschäften auf der Messe zu haben, wird nur von wenigen Menschen verstanden. Es gibt Wichtigeres zu tun. Lesen zum Beispiel. Am besten mit E-Reader, eine Art digitales Buch ohne Eselsohren. Es ist eben CeBIT. Da zeigt man was man hat. Und das schon in der Bahn. So telefoniert ein Fahrgast mit der rechten Hand während die linke SMS verschickt. Ein anderer öffnet immer wieder eine Laptop-Tasche bis zumindest sein Nebenmann bemerkt, dass der Messebesucher gleich zwei Notebooks in einer Tasche untergebracht hat. Nicht schlecht. No problem.

Die Bahn rauscht am Döhrener Turm vorbei, der St.-Bernward-Kirche, dem Stadtfriedhof Seelhorst. Die CeBIT-Gäste lernen Hannover durch Wülfel und Mittelfeld kennen. Für mehr haben sie kaum Zeit. Mohamed Idres aus Saudi-Arabien hat bisher nur den Hauptbahnhof gesehen, ein Messezimmer in der Nähe und die Bahn und die CeBIT. Der 26-Jährige ist das erste Mal in Deutschland und begeistert. „In meiner Heimat fährt man alle Wege mit dem Auto, hier fahren fast alle Bahn“, sagt Idres. Er lobt die freundlichen Menschen, die ihn morgens angelächelt hätten. „Die Hannoveraner sind sehr gastfreundlich“, lobt der Messegast.

Auch andere Fahrgäste berichten von positiven Messemomenten. Lotfi Bouziani aus Algerien hatte in Hannover Probleme mit dem Bahnfahrplan. „Mir wurde sofort der richtige Weg gezeigt“, erzählt Bouziani. Darum wolle er sich – wenn er Zeit findet – auch Hannover näher anschauen, das er bisher nur aus dem Internet kennt. Was er mit Hannover verbindet? Die CeBIT natürlich. Und die Geschäfte am Hauptbahnhof. Sehenswürdigkeiten kenne er nicht. Seine Begleiter auch nicht. Das wollen sie noch ändern.

Makino Mass aus den Niederlanden und Shin Matsuzaki aus Japan kennen zumindest schon das Nachtleben Hannovers. In einem bayerischen Restaurant tranken sie Bier. „Weizenbier“, verbessert sich Matsuzaki und kämpft noch ein wenig mit dem Buchstaben „z“. Er muss bei dem Klang des Wortes immer lachen. Genau wie bei „Beefsteak“. Matsuzaki und sein Freund Maas lachen wieder. Es herrscht gute Stimmung in der Linie 8.

Nach 18 Minuten Fahrtzeit vom Hauptbahnhof aus erreicht die Bahn die Messe und die Anzugträger strömen zum Eingang. Viele nutzen ihre Handys, um das CeBIT-Logo zu fotografieren. Selten wurde einem Arbeitsplatz so viel Sympathie entgegengebracht. Stress? Gedränge? Druck zu Geschäftsabschlüssen? No problem. Und wer Ruhe sucht, findet sie zur Not bei der Fahrt in der Linie 8 vom Messegelände in die Stadt am Vormittag. Dann ist sie nämlich leer.

Jan Sedelies

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