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Aus der Stadt Kenianer machen richtig Tempo
Hannover Aus der Stadt Kenianer machen richtig Tempo
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23:44 03.05.2009
Von Carsten Schmidt
Spannend: Evans Kipkogei Ruto aus Kenia (rechts) schlägt seinen Landsmann Julius Muriuki um nur eine Sekunde. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Der Grund für diesen Überschwang war auf der Uhr über der Ziellinie abzulesen: 2:10:47 Stunden. Eine solche Marathon-Zeit hatte in Hannover noch niemand geschafft, damit gewann das alte Motto vom „Bestzeit laufen an der Leine“ neue Aktualität.

Ein Riesenlob richtete Eichel an Christoph Kopp, der für Zusammenstellung des Feldes auf der 42,195-Kilometer-Distanz im Spitzenbereich zuständig war. „Er hat einen klasse Job gemacht“, sagte sie an die Adresse des Berliners, mit dem sie auch 2010 zusammenarbeiten will. Kopp hatte nicht weniger als 14 Afrikaner für den Hannover-Marathon engagiert, die sich nicht wie in den Vorjahren auf taktische Spielchen einließen, sondern Tempo liefen.

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Evans Kipkogei Ruto aus Kenia hat den Hannover Marathon 2009 gewonnen. Bei den Frauen siegte seine Landsfrau Fridah Jepkite Too. Wir zeigen die Zieleinläufe der beiden Afrikaner.

Und das mit der Präzision eines Uhrwerks – die Zehn-Kilometer-Abschnitte bis Kilometer 40 wurden allesamt in 31 Minuten zurückgelegt, Grundlage für die spätere Bestmarke.

Auch Sieger Ruto sparte nicht mit Lob über das Rennen. „Der Kurs war schön flach, das Wetter gut, alles war perfekt“, sagte der mit 24 Jahren noch junge Langstreckler, der zum Siegerscheck auch noch 2000 Euro Sonderprämie von Titelsponsor TUIfly für den Hannover-Rekord erhielt. Er dankte vor allem seinem Landsmann Julius Muriuki, der unterwegs die Fahrt hochgehalten hatte und im Ziel mit einer Sekunde Rückstand Zweiter wurde.

Noch zwei weitere Sportler – Hussen Adem Jamal aus Äthiopien (2:11:17) und Pius Mussa Mutuku (Kenia, 2:11:33) – blieben unter der alten Hannover-Bestmarke des Weißrussen Andrej Gordejew (2:11:44) aus dem Jahr 2001. Dank ihrer Leistungen konnte sich das diesjährige Marathon-Resultat auch in der Breite sehen lassen.

Der Hannover Marathon 2009 ist vorbei. Wir haben die Stimmung vom Sonntag in einer Bildergalerie für Sie eingefangen.

Der beste Nicht-Afrikaner kam übrigens aus der Region: Dirk Schwarzbach vom TSV Kirchdorf wurde Zwölfter mit 2:26:25 Stunden, etwa zweieinhalb Minuten über seiner Bestzeit.

Eine respektable Leistung um 2:30 Stunden bei den Frauen verpasste die Kenianerin Ruth Wanjiru wegen schlecht sitzenden Strumpf- und Schuhwerks. Die Füße der 27-Jährigen waren derart aufgerissen, dass sie nur unter Schmerzen und mit 2:42:07 Stunden als Zweite ins Ziel kam – 6:20 Minuten hinter ihrer Landsfrau Fridah Jepkite Too.

Alle Ergebnisse finden Sie auf der Website des Hannover-Marathons.

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