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Aus der Stadt Kinder-Fest lockt Hunderttausend vors Rathaus
Hannover Aus der Stadt Kinder-Fest lockt Hunderttausend vors Rathaus
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00:15 17.06.2015
Von Saskia Döhner
Zahlreiche Attraktionen bot das Kinderfest am Rathaus.
Zahlreiche Attraktionen bot das Kinderfest am Rathaus. Quelle: von Ditfurth
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Hannover

Klettern ist für Tim und Lukas das Größte. Die sechsjährigen Zwillinge sind mit ihren Eltern Nicole und Jan Grote und der großen Schwester Kira (10) sogar aus Oldenburg gekommen, um beim Fun-Kinder-Festival auf dem Trammplatz möglichst viele der 100 Spielstände auszuprobieren. „Der Tag ist ja lang“, sagt Mutter Nicole. Zuhause erklimmen die beiden Erstklässler am liebsten den Kletterbaum in ihrer Nachbarschaft. Vor dem Neuen Rathaus ist es die zehn Meter hohe Strickleiter an einem blauen Kran. Während Tim schon wieder unten ist, erreicht Bruder Lukas gerade die höchste Stufe. Die Eltern stellen sich schon mal darauf ein, die nächsten Kindergeburtstage in Kletterparks zu verbringen.

Beim FUN-Kinderfest vor dem Neuen Rathaus erleben Kinder und Erwachsenen zahlreiche Attraktionen.

Seit sieben Jahren veranstalten die Hilfsorganisationen „Kinderherz Hannover“, „Hörer helfen“, 1998 von Radio ffn gegründet, und „Aktion Kindertraum“ das große Kinderfest für den guten Zweck. Für drei Euro können die Kinder zahlreiche Attraktionen – vom Kettcar-Fahren bis Hufeisen-Werfen – machen. Das können sich auch Familien leisten, denen der Eintritt in Freizeitparks zu teuer ist. Rund 100 000 Besucher lockte dieses Angebot vor das Neue Rathaus.

Und der Spaß hat auch noch ein hehres Ziel: Der Erlös kommt benachteiligten Kindern aus Hannover zugute. Dieses Jahr stehen Flüchtlingskinder besonders im Fokus. Für viele gibt es das Eintrittsbändchen gratis.

Wie viel an Spenden zusammengekommen sei, werde vermutlich erst in zwei Wochen feststehen, sagt ffn-Sprecherin Christine Hippchen. Viele Firmen und Organisatoren würden auch noch im Nachgang etwas spenden.

Noch gesteigert wird der diesjährige Erlös auf jeden Fall durch eine Aktion von ffn-Moderator Axel Einemann, der sich von 500 Heliumballons sieben Meter in die Luft heben lässt, obwohl er eigentlich Höhenangst hat. Aber was tut man nicht alles für einen guten Zweck? Jeder Ballon kostet zwei Euro. Oberbürgermeister Stefan Schostok kauft spontan 25 Stück.

Mirko Gasabelli steht mit seiner Tochter Mia (7) und Sohn Luka (4) am Eishockeystand. Während sich das Mädchen beim Torwandschießen übt, schielt der Junge zum gegenüberliegenden Kettcar-Parcours: „Rennauto möchte ich fahren.“ Und was haben die beiden Kinder sonst so ausprobiert? „Hüfpburgen, Hüpfburgen, Hüpfburgen“, sagt der Vater.

Wie ein Profi dreht sich Marvin Gatzke aus Ronnenberg in einem Gerät, das er selbst bewegt. „Toll macht er das“, sagt Mutter Mireille, die sichtlich stolz auf den Zehnjährigen ist. Auch sonst ist der Viertklässler sehr sportlich, er macht Kung-Fu und spielt gern Fußball. Sabrina Bronowicki und ihr sechsjähriger Sohn Fynn sind aus Salzgitter nach Hannover gekommen. Die aufblasbare Rutsche gehört zu ihren Lieblingsstationen.

„Wir bleiben solange die Kinder Spaß haben“, sagt Sabrina Bronowicki. Und das scheint auch die Devise der meisten anderen Gäste zu sein. Je später der Nachmittag, desto voller wird es auf dem Trammplatz.