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Aus der Stadt Wie aus Klaus-Dieter der Drache Kokosnuss wurde
Hannover Aus der Stadt Wie aus Klaus-Dieter der Drache Kokosnuss wurde
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19:03 22.07.2014
Von Veronika Thomas
Foto: „Du kannst ja gut zeichnen“: Autor Ingo Siegner und die Schüler der Klasse 1b.
„Du kannst ja gut zeichnen“: Autor Ingo Siegner und die Schüler der Klasse 1b. Quelle: Felix Küpper
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Hannover

Der kleine Drache Kokosnuss kommt ganz schön viel rum: Der Held der gleichnamigen Bilderbücher und seine Freunde waren schon im Weltraum, im Wilden Westen, in der Steinzeit und im Dschungel. Am Dienstag besuchte der Schöpfer des kleinen Drachen, der hannoversche Kinderbuchautor und Illustrator Ingo Siegner, die Stadtbibliothek Vahrenwald, um ihr kurz vor der Start in die Sommerferien 200 Kokosnuss-Bilderbücher in 14 Sprachen zu schenken – Übersetzungen unter anderem ins Portugiesische, Spanische, Griechische, Türkische, Tschechische, Japanische und Slowenische. Mit dabei war die Klasse 1b der Grundschule Alemannstraße – durchweg Fans des kleinen Drachen, den in Hannover (fast) jedes Kind kennt.

Dann legte Siegner los. „Ich denke mir Geschichten für Kinder aus und male auch die Bilder dazu“, erklärte der 49-Jährige, was er beruflich macht. Zeichnend erzählte der Autodidakt anschließend, wie das war mit dem kleinen Drachen, der am Anfang nämlich noch nicht Kokosnuss, sondern Klaus-Dieter hieß. Das war Ende der neunziger Jahre, und Leon, der Sohn einer Freundin, hatte sich von dem damaligen Mitarbeiter eines Familienreiseunternehmens zum Geburtstag eine Geschichte von einem Drachen gewünscht. „Aus dieser Geschichte ist dann ein Buch geworden.“ Inzwischen haben die 23 Kokosnuss-Abenteuer eine Auflage von fünf Millionen Büchern weltweit erreicht, außerdem wurden mehr als eine Million Hörbücher verkauft. „Die erste Million hat ewig gedauert“, erzählt Siegner. „Zehn Jahre etwa.“ Das war 2003.

Während der Kinderbuchautor, aus dessen Feder auch die Geschichten von Gustav, dem Erdmännchen, stammen, den kleinen Drachen von damals zeichnet, mit Kopfhörern, aber noch ohne sein später so typisches Käppi, da entfährt es einigen Kindern ganz spontan: „Du kannst aber gut zeichnen.“ Siegner aber wäre kein Kinderbuchautor, wenn er die jungen Leser nicht in seine Geschichte mit einbeziehen würde. So zeichnet er auf Anregung der Klasse 1b, in der Schüler aus sieben Nationen gemeinsam lernen, noch eine Palme, einen Hai, Kokosnuss’ Freunde Mathilda, Oskar und die kleine Maus, die bei all den Abenteuern immer mitfliegt. Allerdings haperte das geplante Vorlesen aus den Kokosnuss“-Büchern auf Griechisch, Türkisch und Chinesisch am Dienstag schlicht an der Aufregung der Erstklässler. „Für mich ist Kokosnuss der Tollste“, sagte die siebenjährige Joli, „aber als ich Vorlesen sollte, habe ich kein Wort rausgekriegt.“

„Wir freuen uns sehr über die Kooperation mit Ingo Siegner“, sagte Brigitte Dill, die die Kinder- und Schulbibliotheksarbeit für alle 16 hannoverschen Büchereien koordiniert. Das üppige Büchergeschenk wird jetzt an alle Bibliotheken verteilt. „Wir veranstalten hier auch Projekte mit Müttern aus vielen Nationen, die diese Bücher lesen können“, berichtete Dill weiter. Siegner vermutet auch, dass eher Eltern die Bücher in ihrer Sprache ausleihen werden.

Der kleine Drache Kokosnuss macht unterdessen weiter Karriere: Die Abenteuer des pfiffigen Drachenkindes werden verfilmt. Der 3-D-Animationsfilm soll am 18. Dezember in die Kinos kommen – weltweit. Auch eine Fernsehserie ist geplant, berichtet der gelernte Sparkassenkaufmann. „Ich finde das gut, so lange ich zu Hause sitzen kann, um Kindergeschichten zu schreiben. Mein Leben ändern möchte ich nämlich nicht.“

Das nächste Abenteuer des Drachen erscheint im September: die aufregende Reise zum Nordpol. Dort treffen Kokosnuss und seine Freunde auf Björn, den Eisbären, und Rudi, die Robbe. Und das Eis schmilzt ...

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