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Aus der Stadt Ein Teil muss immer Kind bleiben
Hannover Aus der Stadt Ein Teil muss immer Kind bleiben
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00:17 17.02.2015
Von Rüdiger Meise
Kinderbuchautoren beim Klönen (v. li.): Karin Müller, Thommi Baake, Alice Pantermüller, Ingo Siegner, Antje Szillat und Nikola Huppertz. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Am liebsten trinken Kinderbuchautoren Tee. Auf dem Frühstückstisch stehen Croissants, Rührei, Früchte, Milchkaffee und ganz viele Teekannen. Einmal im Monat treffen sich Hannovers Kinderbuchautoren zu einem Frühstücks-Stammtisch im Café Konrad. Allerdings geht es in der Runde weniger um den Drachen Kokosnuss oder Fritzi Pferdeglück. Denn nicht nur die Figuren der hannoverschen Schriftsteller haben teilweise die gleichen Nöte und Sorgen, sondern auch ihre Schöpfer.

„Eigentlich unterhalten wir uns fast nur über Rückenschmerzen“, sagt Ingo Siegner, Vater des kleinen Drachen Kokosnuss - und grinst dabei ein scheues, spitzbübisches Grinsen, wie es vielleicht nur Kinderbuchautoren grinsen. So lustig und bunt die Geschichten auch sind, die die sechs Autoren für ihre junge Leserschaft erfinden - das Schreiben hinterlässt bei allen Spuren, körperliche und seelische. Denn die Schriftstellerei ist eine einsame Tätigkeit.

Genug vom beruflichen Einzelkämpferleben

Vor vier Jahren hatte Antje Szillat - die Mutter von Fritzi Pferdeglück - das berufliche Einzelkämpfertum leid. Sie rief Drachenpapa Ingo Siegner an und schlug einen Autorenstammtisch vor. Siegner telefonierte mit Nikola Huppertz (Mutter der „Furchtlosen Fürchterlinge“), und die brachte Lottas Mutter Alice Pantermüller zum ersten Treffen mit. Karin Müller („Allys Clique“) und Hartmut El Kurdi („Revolverhelden auf Klassenfahrt“) komplettierten die Runde. Vor Kurzem kam dann noch der künstlerische Tausendsassa Thommi Baake dazu, der mittlerweile auch Kinder als Zielgruppe entdeckt hat. Lediglich der Autor Wolfgang Hänel bleibt der Runde fern - aber niemand scheint ihn zu vermissen.

Die Frühstücksrunde funktioniert prächtig, sagt Baake. So hat Siegner ihm kürzlich Illustrationen für ein Buch geschenkt. Einfach so. Eigentlich habe man kaum Geheimnisse voreinander, sind sich alle einig. In Verhandlungen mit Verlagen und Agenten ist es von großem Vorteil, wenn man Preise und Honorare der Kollegen kennt. „Mir hat mal ein Verlag für eine Anthologie wesentlich weniger Geld angeboten als einer Kollegin“, sagt Alice Pantermüller. Als sie darauf hinwies, besserte der Verlag das Angebot nach.

Nun überlegt der Frühstückstisch, ob er mal eine gemeinsame Lesereihe an hannoverschen Schulen organisieren solle. „Wir fahren ständig für Lesungen durch ganz Deutschland“, sagt Antje Szillat. „Dagegen lesen wir in Hannover vergleichsweise wenig, obwohl doch hier die Mehrzahl unserer Bücher spielt“.

„Was, du schreibst Texte im Gehen?“

Zu einem echten Plan, in Hannover Lesungen zu organisieren, kommt es allerdings nicht - zu schnell werden die sechs abgelenkt: „Was, du bist nicht bei der Verwertungsgesellschaft Wort registriert? Das musst du unbedingt tun!“ „Was, du kennst Hannovers Kinder-Kultur-Abo nicht?“ „Was, du schreibst Texte im Gehen?“

Tatsächlich schreibt Antje Szillat manchmal im Gehen an ihren Geschichten. Dafür hat sie sich eine Halterung für ihren Laptop an ein Laufband montiert. Ingo Siegner erzählt, dass er am liebsten im Liegen auf dem Sofa schreibt, mit dem Laptop auf dem Schoß. Nikola Huppertz bringt nur am eigenen Schreibtisch die Disziplin zum Arbeiten auf, ebenso wie Alice Pantermüller: „Ich brauche zwei Bildschirme, weil ich jede Kleinigkeit im Internet nachschaue.“ Thommi Baake hat sich ein Notebook gekauft, damit er überall schreiben kann: Im Café, in der Bahn, im Hotelzimmer. Aber Tee muss dabei sein. Schwarzer Assam.

Ingo Siegner grinst erneut sein spitzbübisches Grinsen, um das Tohuwabohu am Tisch zu entschuldigen: „Um Kinderbücher schreiben zu können, muss ein Teil von dir Kind geblieben sein.“ Das klingt poetisch, und helfen könnte dabei, dass alle eigene Kinder haben. Aber dieser Ruch der Unreife ist möglicherweise auch der Grund für einen kleinen Minderwertigkeitskomplex, den viele Kinderbuchautoren mit sich herumtragen. Ständig werde man gefragt, ob man denn auch „richtige“ Bücher schreibe, sagen alle am Tisch. Manche von ihnen versuchen das - wie Nikola Huppertz oder Antje Szillat. Andere haben ihren Frieden damit gemacht. Wie Ingo Siegner. „Wir verdienen ja auch gar nicht schlecht damit.“

Und noch einen Vorteil hat der Beruf Kinderbuchautor: Die Reaktion des Publikums ist ehrlich, direkt und kommt von Herzen. Siegner wird schon mal von Kindern umarmt, Nikola Huppertz von kleinen Jungen umgarnt. Und für Alice Pantermüller ist der schönste Moment, wenn Eltern sagen: „Durch Ihre Bücher hat mein Kind zum Lesen gefunden.“

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