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Aus der Stadt Im Kampf mit dem Schokokuss-Drachen
Hannover Aus der Stadt Im Kampf mit dem Schokokuss-Drachen
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18:00 15.11.2015
Von Andreas Schinkel
„Schlag zu!“: Malte Janssen beim Schlagabtausch mit dem sechsjährigen Ben. Quelle: von Ditfurt
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Hannover

Mutig nimmt der vierjährige Arik den Kampf mit dem Drachen auf, aber der will ihm keinen Schokokuss entgegenschleudern. Enttäuscht gibt Arik auf, dafür haben Henriette und Jonas mehr Glück. Sie treffen mit ihren Bällen den auf einer Schleuder montierten Pappdrachen so, dass ihnen das süße Wurfgeschoss entgegenfliegt. Der Drachenkampf ist nur eines der Spiele, die im Historischen Museum für die kleinen Besucher geboten werden.  

Das Kinderfest im historischen Museum stand unter dem Thema "Märchenwelten".

Rund 900 Besucher fanden den Weg zum Kinderfest unter dem Motto Märchen. Museumschef Thomas Schwark hatte sich stilecht als Prinz verkleidet und führte seine Gäste durch den Beginenturm. „Leider mussten wir ein paar Spielaktionen im Garten wegen des regnerischen Wetters in die Ausstellungsräume verlegen“, sagte Museumspädagogin Katrin Schäfer. Besonders Kampfspiele waren dabei beliebt. „Du musst schreien und mir Angst einjagen, wenn du mit dem Holzschwert schlägst“, forderte Malte Janssen den sechsjährigen Ben auf. Der haut prompt kräftig auf den Stecken des Mittelalter-Experten. Zum Glück trägt Janssen ein dickes Kettenhemd und Handschuhe. „Die sind auch nötig“, sagt er grinsend.

Im ersten Stock des Museums bringt Michael Seidel, gelernter Bogenbauer, Kindern die Kunst des Armbrustschießens bei. Pfeile mit Saugnäpfen müssen die Nachwuchsritter auf das Bild eines Wildschweins abfeuern. Der fünfjährige Christian schießt ein wenig zu hoch; der Pfeil saust über das Wildschwein hinweg und trifft einen Adligen auf einem Wandgemälde im Hintergrund. Es handelt sich glücklicherweise um eine Reproduktion.

Christians Vater, René Barthge, ist mit seiner Familie nur zufällig auf das Kinderfest im Museum aufmerksam geworden. „Wir waren zuvor beim Gedenkgottesdienst für die Opfer der Pariser Terror­opfer in der Marktkirche“, erzählt er. Die unfassbaren Taten haben die Familie sehr beschäftigt, sodass sie Trost in der Kirche suchte. „Jetzt können sich Christian und sein Bruder Alexander ein bisschen austoben“, sagt Barthge. Tatsächlich haben die beiden schon die nächste Station entdeckt. Mit zwei Strohsäcken in der Hand balancieren sie auf einem Holzbalken und versuchen, sich gegenseitig mit den Säcken aus dem Gleichgewicht zu bringen – wie bei einer Kissenschlacht. Ruhiger lassen es Leni und Liliana angehen. Sie sortieren Hülsenfrüchte. „Wir haben uns die schwerste Aufgabe ausgesucht“, sagt Liliana. Nur die kleinsten Linsen fummeln die beiden Mädchen aus der Holzschale und ordnen sie in andere Gefäße. „Wie bei ,Drei Haselnüsse für Aschenbrödel‘“, sagt Leni in Anspielung auf den bekannten tschechischen Märchenfilm.

Juliane Kaune 15.11.2015
15.11.2015