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Aus der Stadt "Die Unsichtbaren" feiern Premiere im Astor
Hannover Aus der Stadt "Die Unsichtbaren" feiern Premiere im Astor
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21:30 23.10.2017
Premiere für den in Niedersachsen gedrehten Film "Die Unsichtbaren - wir wollen leben: mit Regisseur Claus Räfle und Hauptdarstellerin Ruby O. Fee. Quelle: Clemens Heidrich
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Hannover

Zugegeben: Einen roten Teppich gab es nicht. Prominente fehlten, und auch kreischende Fans suchte man im Kinofoyer am Montagabend vergebens. Erst als Hauptdarstellerin Ruby O Fee und Regisseur Claus Räfle sich für die Fotografen vor der Leinwand platzierten, setzte das Blitzgewitter ein. "Wie in Hollywood", stellte eine Premieren-Besucherin zufrieden fest und zückte das Handy für ein Erinnerungsfoto. Denn: Filmpremieren gibt es in Hannover nicht alle Tage. "Da wollte ich unbedingt dabei sein", verriet die 17-jährige Jenny und schnappte sich ein Paket Popcorn.

Dass es nach den Premieren in Berlin und Hamburg vor zwei Wochen auch eine Premiere in Hannover geben musste, liegt nicht zuletzt daran, dass Teile des Dramas "Die Unsichtbaren" in Niedersachsen gedreht worden sind – unter anderem in Goslar, Bückeburg und Wrisbergholzen.

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Das Drama spielt 1943 in Berlin. Das Nazi-Regime hat die Reichshauptstadt offiziell für "judenrein" erklärt. Doch einigen Juden gelingt es, sich unsichtbar für die Behörden zu machen und so einer Deportation zu entkommen. Da ist Cioma Schönhaus, der heimlich Pässe fälscht, um das Leben Verfolgter zu retten. Die junge Hanni Lévy blondiert sich die Haare, um als scheinbare Arierin unerkannt über den Kudamm spazieren zu können. Eugen Friede versteckt sich bei einer deutschen Familie, notfalls auch in Uniform der Hitlerjugend. Ruth Gumpel wiederum tarnt sich als Kriegswitwe und serviert NS-Offizieren Schwarzmarkt-Delikatessen.

Claus Räfle, der das gleichnamige Buch schrieb, siedelt sein Drama zwischen Spiel- und Dokumentarfilm an. Interview-Sequenzen mit den tatsächlichen Protagonisten jener Zeit wechseln sich mit Spielfilmszenen ab. "Wir haben dieses Hybridformat gewählt, weil wir die Geschichten dieser vier Menschen so glaubwürdig, authentisch und wahrhaftig wie möglich erzählen wollten", betont Räfle. Die vier Lebensgeschichten überschneiden sich im Film nicht, aber eines vereint sie: der Kampf für ein Leben in Freiheit, ohne wirklich frei sein zu können. Es geht am Ende auch um Versöhnung. Die vier Protagonisten machen deutlich, dass Berlin im Zweiten Weltkrieg nicht nur aus Nationalsozialisten bestand. "Es gab eben auch gute Menschen", beschreibt es der Regisseur. "Das ist die Botschaft, die dieser Film haben sollte, wenn ein Film überhaupt Botschaften haben kann."

"Die Unsichtbaren – Wir wollen leben" (110 Minuten) ist ab Donnerstag, 26. Oktober, deutschlandweit in den Kinos zu sehen. Bei der Besetzung dürfen sich die Kinobesucher auf vier Nachwuchstalente freuen: Alice Dwyer ("Baby"), Max Mauff (Bridge of Spies"), Ruby O. Fee (Bibi & Tina) und Aaron Altaras ("Nicht alle waren Mörder") finden sich in den Hauptrollen.

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