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Aus der Stadt Kirche verkauft Lutherisches Verlagshaus
Hannover Aus der Stadt Kirche verkauft Lutherisches Verlagshaus
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19:02 03.12.2014
Foto: Das Lutherische Verlagshaus gehört künftig dem Evangelischen Presseverband in Norddeutschland.
Das Lutherische Verlagshaus gehört künftig dem Evangelischen Presseverband in Norddeutschland. Quelle: Thomas
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„Über die Kaufsumme ist Vertraulichkeit vereinbart worden“, sagt Kirchensprecher Johannes Neukirch. Das LVH hatte zuletzt jährliche Defizite von bis zu 400.000 Euro eingefahren. Die Landeskirche hatte im Juni die Schließung des Verlagshauses angekündigt – und war von der Gewerkschaft ver.di prompt als unsozial kritisiert worden.

Der Evangelische Presseverband Norddeutschland übernimmt mit dem Kauf den LVH-Buchverlag, den Internetshop „Einfach Evangelisch“ sowie die Evangelische Zeitung. Der neue Eigentümer wolle seine Buchverlagsaktivitäten bündeln und den Standort Hannover erhalten, hieß es. Für die Evangelische Zeitung, die von der Landeskirche auch in den kommenden zwei Jahren Zuschüsse bekommen wird, soll noch vor Weihnachten ein gemeinsames Konzept mit der Mecklenburgischen & Pommerschen Kirchenzeitung erstellt werden: „Wir wollen auch in diesem Bereich zukunftsfähig sein“, sagt Matthias Gülzow, Geschäftsführer des Evangelischen Presseverbandes.

„Auf dem jetzt eingeschlagenen Weg können die meisten Arbeitsplätze erhalten werden“, sagt Rolf Krämer, Vizepräsident des Landeskirchenamts. Rund die Hälfte der 40 Mitarbeiter des LVH wechselt mit dem Verkauf zum Evangelischen Presseverband. Andere LVH-Bereiche wie die Marketing-Abteilung werden künftig direkt der Landeskirche zugeordnet. Ob der Evangelische Presseverband allerdings alle übernommenen Mitarbeiter weiter beschäftigen wird, ist ungewiss: „Für die meisten scheint die Entwicklung positiv“, sagt LVH-Betriebsratsvorsitzender Hans-Gerd Martens, „doch es ist nicht ausgeschlossen, dass einige Mitarbeiter eine Kündigung erhalten werden.“

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