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Aus der Stadt „Betreuung in Kitas sollte kostenlos sein“
Hannover Aus der Stadt „Betreuung in Kitas sollte kostenlos sein“
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17:45 28.10.2014
Von Andreas Schinkel
Über 40 Prozent aller Eltern werden für die Kinderbetreuung in den Kitas zur Kasse gebeten.
Über 40 Prozent aller Eltern werden für die Kinderbetreuung in den Kitas zur Kasse gebeten. Quelle: Symbolbild
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Hannover

Wenn die Preise ab 2017 um zwei Prozent steigen, so wie es sich Rot-Grün wünscht, werde die Nachfrage nach Kita-Plätzen sinken, befürchtet der Vorsitzende des Gremiums, Georg Weil. Zudem seien die Tarife derart dicht gestaffelt, dass bereits Eltern mit mittlerem Einkommen Höchstsätze zahlen. „Gerecht wäre es, auf Beiträge zu verzichten“, sagt Weil.

Auch SPD und Grüne halten das System für reformbedürftig. Sie fordern die Stadt auf, die Preistabelle zu überarbeiten und sozialverträglicher zu gestalten. Bisher ist es so, dass Eltern mit einem Kind den Höchstpreis von 244 Euro für einen Kita-Platz zahlen, sobald ihr Nettoeinkommen mehr als 2470 Euro beträgt. Daher verwundert es nicht, dass 40 Prozent aller Eltern, die zur Kasse gebeten werden, in die höchste Kategorie fallen. Das Tarifsystem ist zugleich so gestaltet, dass die Hälfte aller Eltern, die ihre Kinder in eine Betreuungsreinrichtung geben, nichts zahlen.

Das Verfahren hat insbesondere die Kinderladeninitiative wiederholt kritisiert. Auch aus der Ratspolitik mehrten sich die Stimmen, die eine Entlastung des Mittelstands forderten. Dem will Rot-Grün jetzt Rechnung tragen und bittet um eine Reform.
In den kommenden beiden Jahren wird sich an den Kita-Beiträgen nichts ändern. Erst 2017 sollen die Preise steigen. Denn an den Mehreinnahmen von 1,4 Millionen Euro, die sich die Stadt vom Tarifanstieg versprochen hatte, will die Ratsmehrheit nicht rütteln. Ursprünglich hatte die Stadtspitze vorgeschlagen, schon ab 1. August 2015 die Preise in allen neun Kategorien um zwei Prozent zu erhöhen. Ein Jahr später sollte die zweite Stufe gezündet werden. Ein neuer Höchstsatz, der rund 30 Euro über dem alten Preis liegt, wollte man einführen. Ob es jetzt noch dazu kommt, ist fraglich. Am Ende aber werden Eltern mehr Geld für Betreuung zahlen.

Der Kita-Stadtelternrat will sich dem Thema bei einer Vollversammlung widmen. Am Mittwoch, 26. November, lädt das Gremium um 20 Uhr zu einer Diskussion ins Rathaus, Trammplatz 2.

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