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Aus der Stadt Kita-Streik droht noch viel länger zu dauern
Hannover Aus der Stadt Kita-Streik droht noch viel länger zu dauern
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06:19 12.05.2015
Von Saskia Döhner
In Niedersachsen gibt es rund 1600 kommunale Kitas, in Hannover und im Umland sind es 240. Quelle: dpa
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Hannover

Aus der Übergangslösung könnte für Eltern, die ihre Kinder in einer städtischen Kita haben, notgedrungen eine Dauerlösung werden: Mitte nächster Woche wollen die Gewerkschaften Verdi und GEW darüber entscheiden, ob der unbefristete Streik im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst, der seit vergangenem Freitag läuft, nicht nur bis Pfingsten, sondern auch noch danach weitergeht. Die Stimmung unter den Beschäftigten sei jedenfalls kämpferisch, sagte Martin Peter von Verdi.

Am Montag beteiligten sich landesweit rund 4500 Erzieher, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen an dem Ausstand. Zu den beiden großen Streikschwerpunkten in Hannover und Bremen kamen weitere Einrichtungen in Lüneburg, Hameln und Dissen bei Osnabrück hinzu. Am Vormittag gab es eine große Kundgebung in Oldenburg. Heute wollen die Beschäftigten aus der Region Braunschweig/Harz in Wolfsburg demonstrieren, dort wird auch der Betriebsratsvorsitzende von Volkswagen, Bernd Osterloh, sprechen. Weitere Aktionen sind in Hildesheim und Mitte nächster Woche auch in Lüneburg geplant.

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Notplätze für jedes zehnte Kind

In Niedersachsen gibt es rund 1600 kommunale Kitas, in Hannover und im Umland sind es 240. Die Stadt hat in neun Einrichtungen Notgruppen mit 370 Plätzen eingerichtet. Die würden von Eltern gut angenommen, nur wenige Plätze seien wegen Krankheit nicht in Anspruch genommen worden, hieß es. Alleinerziehende, die berufstätig oder in einer Ausbildung seien, werden bei der Platzvergabe bevorzugt. Das gilt auch für Langzeitarbeitslose, die eine Umschulung oder eine Ausbildung machen. Genaue Angaben darüber, wie viele Plätze offengeblieben und wie viele Eltern leer ausgegangen sind, konnte die Stadt am Montag nicht machen. Konkrete Zahlen sollen aber heute vorliegen.

In die städtischen Kitas gehen normalerweise 3700 Kinder, für ein Zehntel gibt es jetzt Notplätze. Etwa 15 Prozent aller Kita-Plätze in der Stadt entfallen auf städtische Einrichtungen und sind somit vom Streik betroffen.

Die kommunalen Arbeitgeber halten die Forderungen der Gewerkschaft von im Schnitt 10 Prozent mehr Gehalt für überzogen und unbegründet. Eine Erzieherin würde im Ergebnis mehr verdienen als ein Brandmeister bei der Feuerwehr oder ein staatlich geprüfter Techniker, heißt es zur Begründung.

Eine Erzieherin verdiene nach 15 Berufsjahren im Monat 3288 Euro brutto, erläutert Gewerkschafter Peter. Die meisten hätten jedoch nur einen Teilzeitjob und erreichten diese Summe nicht. Jürgen Hohmann von Verdi sagte: „Es kann nicht sein, dass man nach dem Tag in der Kita noch ein Job an der Tankstelle oder im Supermarkt an der Kasse dranhängen muss, um genug Geld zum Leben zu haben.“

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